Zubehör ist kein Nebenthema
Wenn ein Betrieb über sein Kartenterminal klagt, geht es selten um die Zahlungstechnik. Es geht darum, dass die Bonrolle mitten im Mittagsgeschäft leer war, dass das Gerät in der Ladestation nicht richtig sitzt und deshalb morgens leer ist, dass das Display in der Sonne nicht ablesbar ist oder dass niemand weiß, wo das Ersatzkabel liegt. Alle diese Punkte sind Zubehörfragen, und alle sind vorher lösbar.
Der zweite Grund, sich damit zu befassen: Zubehör bestimmt, wie ein Gerät im Raum wirkt und wie flüssig der Vorgang abläuft. Eine drehbare Halterung, die der Kunde zu sich ziehen kann, spart eine unbeholfene Bewegung über die Theke. Ein Sichtschutz macht die PIN-Eingabe für den Kunden angenehmer. Ein Kundendisplay verkürzt Rückfragen zum Betrag.
Rechnen Sie das Zubehör deshalb von Anfang an ein, nicht nachträglich. Das gilt besonders für Verbrauchsmaterial: Bonrollen sind eine laufende Position, die im Vergleich der Bauformen fast nie auftaucht und in einem druckintensiven Betrieb über das Jahr durchaus ins Gewicht fällt.
Die Zubehörarten im Überblick
| Zubehör | Wofür | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|---|
| Bonrollen | Beleg für Kunde und Betrieb | Passende Breite und maximaler Rollendurchmesser, Thermopapier in ordentlicher Qualität |
| Ladestation | Mobile Geräte laden und ablegen | Sicherer Sitz, sichtbare Ladeanzeige, teils zusätzliche Anschlüsse für Netzwerk oder Peripherie |
| Ersatzakku | Durchgehender Betrieb bei langen Schichten | Nur bei Geräten mit wechselbarem Akku möglich; Ladegerät für den zweiten Akku mit einplanen |
| Halterung und Ständer | Fester, ergonomischer Platz am Kassenpunkt | Neigungswinkel, Drehbarkeit, feste Verschraubung bei stark frequentierten Plätzen |
| Sichtschutz | Schutz der PIN-Eingabe vor Blicken | Flache Ausführungen behindern die Bedienung weniger; bei manchen Geräten bereits im Design gelöst |
| Diebstahlsicherung | Sicherung des Geräts am Platz | Kabelschlösser oder Halterungen mit Schloss; einzelne Geräte melden das Abziehen des Kabels selbst |
| Barcodescanner | Erfassen von Artikeln, Gutscheinen, Tickets | Bei SmartPOS oft über die Kamera gelöst; ein separater Scanner ist bei hoher Scanmenge schneller |
| Externer Bondrucker | Belege bei Geräten ohne eigenen Drucker | Verbindung über Bluetooth oder Dock; Standort und Stromversorgung mitplanen |
| SIM-Karte | Mobilfunkverbindung des Terminals | Multinetz-Karten wechseln automatisch ins beste verfügbare Netz; bei mehreren Standorten sinnvoll |
| Kabel und Netzteile | Strom und Datenverbindung | Ersatzkabel am Standort vorhalten; bei Netzwerkgeräten prüfen, ob Strom über das Netzwerkkabel möglich ist |
Welches Zubehör für Ihr Gerät verfügbar ist, hängt vom Modell ab. Wir klären das gemeinsam mit der Gerätewahl, damit nichts nachbestellt werden muss.
Bonrollen: die unterschätzte Position
- 01Breite und Durchmesser
- Verbreitet sind Thermorollen mit 57 bis 58 Millimeter Breite; einzelne Geräte weichen ab. Wichtig ist neben der Breite der maximale Durchmesser, den das Druckerfach aufnimmt. Eine zu große Rolle passt schlicht nicht, eine zu kleine ist schneller leer, als Ihnen lieb ist.
- 02Papierqualität
- Thermopapier verblasst mit der Zeit, besonders bei Wärme, Licht und Kontakt mit Weichmachern. Wenn Belege aufbewahrt werden müssen, zahlt sich eine ordentliche Papierqualität aus. In Deutschland ist das Händlerjournal beispielsweise 15 Monate aufzubewahren; ein unleserlicher Beleg hilft dann niemandem.
- 03Vorrat am richtigen Ort
- Der Vorrat gehört an den Kassenplatz, nicht ins Lager im Keller. Als Faustregel: mindestens eine Ersatzrolle direkt am Gerät, sichtbar für alle, die kassieren. Das ist die günstigste Maßnahme gegen Unterbrechungen, die es gibt.
- 04Rollenwechsel üben
- Die meisten Geräte lassen die Rolle einfach einlegen und die Klappe schließen. Trotzdem sollte jede Person, die kassiert, den Wechsel einmal gemacht haben, bevor es unter Zeitdruck nötig wird. Das sind zwei Minuten Einweisung.
- 05Verbrauch abschätzen
- Zählen Sie überschlägig, wie viele Belege Sie am Tag drucken, und rechnen Sie den Rollenbedarf pro Monat aus. Betriebe, die auf digitale Belege umstellen können, sparen an dieser Stelle spürbar Aufwand und Material.
Ladestationen und Stromversorgung
Für mobile Geräte ist die Ladestation das wichtigste Zubehör überhaupt. Sie sorgt dafür, dass das Gerät einen festen Platz hat, an den es nach jeder Schicht zurückkehrt, und dass es dort tatsächlich lädt. Ein Gerät, das lose an einem Kabel hängt, wird irgendwann nicht eingesteckt, und dann steht es am nächsten Morgen leer da.
Manche Ladestationen bieten mehr als Strom. Bei einzelnen Geräten kommen über die Station zusätzliche Anschlüsse hinzu, etwa für Netzwerk oder Peripherie, sodass dasselbe Gerät mobil und am festen Platz genutzt werden kann. Wenn Sie beide Betriebsarten brauchen, ist das ein Kaufargument, das häufig übersehen wird.
Bei kassenintegrierten Geräten ist Strom über das Netzwerkkabel eine elegante Lösung: Das Terminal bekommt Strom und Daten über eine einzige Leitung, eine zusätzliche Steckdose am Kassenplatz entfällt. Voraussetzung ist, dass Ihr Netzwerkgerät diese Funktion unterstützt. Das lässt sich vorab prüfen und spart am Ende eine Elektroinstallation.
Halterung, Sichtschutz und Sicherung
Eine Halterung entscheidet darüber, wie der Kunde an das Gerät kommt. Sie sollte so stehen, dass er die Karte auflegen und die PIN eingeben kann, ohne sich über die Theke zu beugen. Drehbare Halterungen sind dort sinnvoll, wo abwechselnd Personal und Kunde am Gerät arbeiten. In Betrieben mit viel Publikumsverkehr ist eine fest verschraubte Halterung die haltbarere Lösung.
Der Sichtschutz ist kein Luxus. Bei der PIN-Eingabe stehen häufig Menschen unmittelbar dahinter. Manche Geräte lösen das bereits durch Bauform und Tastaturgestaltung, andere brauchen ein Aufsteckteil. Achten Sie auf flache Ausführungen, die die Bedienung nicht behindern, sonst wird der Sichtschutz nach zwei Wochen abgenommen.
Diebstahlsicherungen sind vor allem in offenen Verkaufsflächen und im Gastraum ein Thema. Neben mechanischen Lösungen wie Kabelschlössern gibt es Geräte, die selbst erkennen, wenn ein Kabel unerwartet abgezogen wird, und dann sperren. Für mobile Geräte ist die wirksamste Maßnahme dagegen organisatorisch: ein fester Platz, an den das Gerät nach der Schicht zurückkehrt, und eine Person, die dafür zuständig ist.
Scanner, Kundendisplay und Verbindungszubehör
Wo viel gescannt wird, ist ein separater Scanner schneller als die Kamera eines SmartPOS. Die Kamera reicht für gelegentliche Gutscheine, Tickets und QR-Codes; bei hoher Scanmenge im Handel ist ein dedizierter Scanner die bessere Wahl. Mehrere Geräte bieten dafür optionale Scanmodule oder eine seitliche Taste, die den Scanvorgang startet.
Ein Kundendisplay lohnt sich dort, wo der Kunde den Betrag sehen soll, bevor er zahlt. Bei manchen Geräten ist das durch die Bauform gelöst, etwa durch ein abgesetztes Kundenmodul oder ein Lesefeld am Kopf des Geräts, das den Betrag nicht verdeckt. Bei anderen ist ein zusätzliches Display sinnvoll.
Beim Verbindungszubehör gilt eine einfache Regel: Was Sie im Störungsfall brauchen, sollte am Standort liegen. Ein Ersatznetzteil, ein Ersatznetzwerkkabel und, bei mobilen Geräten, ein zweites Ladekabel kosten wenig und verkürzen jede Störung. Für Geräte mit SIM-Karte gehört dazu auch das Wissen, wo die Karte sitzt und wie sie getauscht wird.
Häufige Fragen zum Zubehör
Welche Bonrollen passen zu meinem Gerät?
Maßgeblich sind Breite und maximaler Rollendurchmesser laut Gerätedokumentation. Verbreitet sind 57 bis 58 Millimeter Breite. Wenn Sie unsicher sind, messen Sie die vorhandene Rolle oder fragen Sie uns mit der Modellbezeichnung an; das ist schneller als eine Fehlbestellung.
Kann ich Zubehör von anderen Herstellern verwenden?
Bei Verbrauchsmaterial wie Bonrollen ja, sofern die Maße stimmen. Bei Ladestationen, Netzteilen und Halterungen sollten Sie beim passenden Zubehör für Ihr Modell bleiben. Fremde Netzteile mit abweichender Spannung sind ein häufiger Grund für Geräteschäden.
Brauche ich einen externen Drucker, wenn mein Gerät keinen hat?
Nur, wenn Ihre Kundschaft gedruckte Belege erwartet oder Sie sie selbst brauchen. Ansonsten reicht der digitale Beleg per QR-Code oder E-Mail. Wenn Sie unsicher sind, starten Sie ohne Drucker und rüsten Sie nach; umgekehrt ist es teurer.
Was gehört in ein sinnvolles Startpaket?
Gerät, Ladestation oder Netzteil, ein Satz Bonrollen als Vorrat, eine Halterung am Kassenplatz und, je nach Aufbau, das passende Netzwerkkabel. Bei mobilen Geräten zusätzlich ein zweites Ladekabel. Alles Weitere ergibt sich nach den ersten zwei Wochen im Betrieb.
Wie lange hält ein Terminalakku?
Wie bei jedem Akku lässt die Kapazität über die Jahre nach, spürbar meist nach zwei bis drei Jahren intensiver Nutzung. Bei Geräten mit wechselbarem Akku ist das ein Zubehörthema, bei fest verbauten Akkus eine Frage der Gerätelebensdauer. Das ist ein Punkt, den Sie bei der Gerätewahl mitdenken sollten.
Lohnt sich ein Reservegerät?
In Betrieben, die ohne Kartenzahlung nicht arbeiten können, fast immer. Die Alternative ist eine Lösung auf dem Smartphone als Rückfallebene, die keine zusätzliche Hardware braucht. Welche Variante günstiger ist, hängt davon ab, wie viel Umsatz eine Stunde Ausfall kostet.