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Zahlungsart

Bankomatkarte

Die Debitkarte der österreichischen Banken und im Inlandsgeschäft das mit Abstand meistgenutzte bargeldlose Zahlungsmittel. Technisch ist sie heute etwas anderes als noch vor wenigen Jahren — und das hat Folgen für Ihr Terminal.

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Was die Bankomatkarte im Alltag bedeutet

Die Bankomatkarte ist an das Girokonto gekoppelt: Der Betrag wird dem Konto des Kunden belastet, die Autorisierung erfolgt online gegen die kartenausgebende Bank. Für Sie als Händler bedeutet eine erfolgreiche Autorisierung, dass die Zahlung zugesagt ist. Das unterscheidet sie von Verfahren, bei denen nur eine Einzugsermächtigung erteilt wird und das Ausfallrisiko beim Betrieb bleibt.

Die Größenordnung: Nach Zahlen der Oesterreichischen Nationalbank waren 2024 rund elf Millionen Debitkarten im Umlauf, mit denen knapp 1,8 Milliarden Transaktionen getätigt wurden — ein Zuwachs von etwa 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auf neun Millionen Einwohner gerechnet ist das eine sehr intensive Nutzung. Wer in Österreich Karten annimmt, nimmt in erster Linie Bankomatkarten an.

Der Alltag sieht entsprechend aus: Der Kunde hält die Karte an das Gerät, bis 50 Euro meist ohne PIN, darüber mit. Der Vorgang dauert wenige Sekunden. In der Bäckerei am Vormittag oder an der Kassa im Supermarkt ist genau diese Geschwindigkeit der Grund, warum kontaktlos in Österreich zum Normalfall geworden ist.

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Von Maestro zu Debit Mastercard und Visa Debit

Die österreichische Bankomatkarte war technisch immer an ein internationales Kartensystem gekoppelt. Lange war das Maestro. Seit 2019 stellen die Banken schrittweise um, und seit 1. Juli 2023 dürfen keine neuen Maestro-Karten mehr ausgegeben werden. An ihre Stelle treten Debit Mastercard und Visa Debit. Bestehende Maestro-Karten bleiben bis zu ihrem Ablaufdatum gültig, laufen aber sichtbar aus.

Der praktisch wichtigste Unterschied: Die neuen Karten tragen eine 16-stellige Kartennummer und sind damit auch im Onlinehandel einsetzbar. Die alte Maestro-Karte mit 19-stelliger Nummer war das nicht. Für Ihre Kunden heißt das, dass dieselbe Karte inzwischen im Laden und im Webshop funktioniert — für Sie heißt es, dass Ihre Akzeptanzverträge beide Welten abdecken sollten.

Für die Terminalseite ist die Umstellung ein handfester Anlass, die Konfiguration zu prüfen. Ein Gerät, das auf die alte Kartenwelt eingestellt ist, lehnt im ungünstigsten Fall eine gültige Karte ab. Der Kunde sieht dann ein Terminal, das nicht funktioniert, und nicht eine Konfigurationsfrage. Wer ein älteres Gerät im Einsatz hat, sollte die freigeschalteten Marken einmal schriftlich bestätigt bekommen.

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Die drei Debit-Ausprägungen im Vergleich

MerkmalMaestroDebit MastercardVisa Debit
Kartennummer19-stellig16-stellig16-stellig
Neuausgabeseit 1. Juli 2023 gestopptjaja
Onlinehandelnicht durchgängig möglichmöglichmöglich
Am Terminalsolange Bestandskarten laufen freizuschaltenzwingend freizuschaltenzwingend freizuschalten
KostenrahmenDebit-KonditionenDebit-Konditionen, Interbankenentgelt bei EWR-Verbraucherkarten gedeckeltDebit-Konditionen, Interbankenentgelt bei EWR-Verbraucherkarten gedeckelt

Die österreichischen Ausprägungen werden von Akzeptanzstellen teilweise als Debit Mastercard AT und Visa Debit AT geführt und getrennt abgerechnet.

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Was für die Bankomatkarte am Terminal eingerichtet sein muss

Diese Punkte gehören auf jede Übergabeliste — sie entscheiden darüber, ob am Tresen alles durchläuft.

01Debit Mastercard und Visa Debit
Beide Marken sollten freigeschaltet sein, nicht nur eine. Welche Karte ein Kunde in der Hand hält, hängt von seiner Bank ab, nicht von seiner Entscheidung.
02Maestro als Bestandsakzeptanz
Solange Karten mit Ablaufdatum in der Zukunft im Umlauf sind, sollte das Verfahren aktiv bleiben. Es kostet nichts, es abzudecken, und verhindert Einzelfälle am Tresen.
03Kontaktlos
Neun von zehn Kartenzahlungen an der österreichischen Kassa laufen kontaktlos. Ein Gerät ohne aktive NFC-Akzeptanz ist in Österreich faktisch ein halbes Terminal.
04PIN-Eingabe am Gerät
Ab 50 Euro und nach kumuliert 125 Euro beziehungsweise fünf kontaktlosen Vorgängen wird die PIN verlangt. Das Terminal muss die Eingabe sichtbar und bedienbar anbieten, gerade bei Geräten, die dem Kunden über den Tresen gereicht werden.
05Anbindung an die Registrierkasse
Weil Kartenzahlungen in Österreich als Barumsatz gelten, muss der Vorgang in der Registrierkasse landen. Der Terminalbeleg allein genügt nicht.
06Bargeldbehebung, falls gewünscht
Die Auszahlung von Bargeld an der Kassa ist eine gesonderte Funktion und muss freigeschaltet und in den Abläufen abgebildet werden.
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Was die Debitzahlung kostet — und warum es keine girocard-Zeile gibt

In Deutschland hat die girocard eine eigene Preislogik, die getrennt von den Kreditkarten verhandelt wird. In Österreich gibt es diese Trennung nicht mehr. Weil die Bankomatkarte über Mastercard oder Visa läuft, gilt für sie die Kostenmechanik der internationalen Systeme: Interbankenentgelt, Systemgebühr, Entgelt des Acquirers.

Das ist nicht automatisch teuer. Für Verbraucherkarten aus dem Europäischen Wirtschaftsraum ist das Interbankenentgelt bei Debitkarten auf 0,2 Prozent gedeckelt, und der überwiegende Teil Ihrer Bankomatkartenumsätze fällt genau in diese Kategorie. Teurer wird es bei Firmenkarten und bei Karten aus Drittländern, für die keine Deckelung gilt.

Wenn Sie Angebote vergleichen, achten Sie deshalb weniger auf einen einzelnen Prozentsatz als darauf, ob das Angebot Ihre Kartenstruktur überhaupt abbildet. Ein Betrieb mit Durchschnittsbons von acht Euro wird von einer Pauschale anders getroffen als einer mit Bons von achtzig Euro. Beides ist rechenbar — man muss es nur rechnen, statt es zu behaupten.

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Bargeld an der Kassa auszahlen

In Österreich ist die Bargeldbehebung an der Kassa breit ausgerollt. Der Kunde kauft ein, legt die Bankomatkarte vor und lässt sich zusätzlich Bargeld auszahlen; der Betrag wird dem Konto belastet und auf der Rechnung gesondert ausgewiesen. Üblich sind ein Mindesteinkauf und ein Höchstbetrag je Vorgang. Die Bedingungen unterscheiden sich je Händler — verbindlich ist immer das, was Ihr Acquirer für Ihren Standort freischaltet.

Für ländliche Nahversorger ist das mehr als ein Zusatzdienst. Wo Bankomaten abgebaut werden, wird der Betrieb zur nächstgelegenen Bargeldquelle im Ort. Das bringt Frequenz, die sonst in die nächste Bezirksstadt abwandert, und bindet gerade ältere Kundschaft.

Zu bedenken ist die andere Seite: Bargeld muss vorhanden sein, die Kassa wird stärker beansprucht, und die Abläufe an Stoßzeiten müssen das aushalten. In einer Bäckerei am Samstagvormittag ist das eine andere Rechnung als in einem Nahversorger am Nachmittag. Wer die Funktion aktiviert, sollte vorher festlegen, wann sie angeboten wird.

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Karte, Sticker, Uhr — dieselbe Debitzahlung

Die österreichischen Banken geben die Debitfunktion nicht nur als Karte aus. Es gibt sie auch in kleineren Bauformen, etwa als Aufkleber oder als Modul für Wearables, und digitalisiert im Smartphone. Für Sie ändert das nichts: Am Terminal kommt eine kontaktlose Debitzahlung an, die genauso verarbeitet und abgerechnet wird wie die Karte.

Praktisch relevant ist nur die Reichweite. Kontaktloses Bezahlen funktioniert über wenige Zentimeter. Wenn ein Kunde mit einer Uhr zahlt, muss er näher an das Lesefeld heran als mit einer Karte. Ein Terminal, das fest unter dem Tresen montiert ist, macht diesen Vorgang unnötig umständlich — ein Grund, die Montageposition mitzudenken.

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Häufige Fragen zur Bankomatkarte

Ist die Bankomatkarte dasselbe wie die deutsche girocard?

Funktional ähnlich, technisch nicht. Beide sind an das Girokonto gekoppelt. Die girocard ist aber ein eigenes deutsches Verfahren, während die Bankomatkarte heute über Mastercard oder Visa läuft. Deshalb gibt es in Österreich keine eigene girocard-Preiszeile und keine girocard-Akzeptanz.

Muss ich Maestro noch akzeptieren?

Solange Bestandskarten mit gültigem Ablaufdatum im Umlauf sind, ist es sinnvoll. Neue Maestro-Karten werden seit 1. Juli 2023 nicht mehr ausgegeben, sodass die Zahl der Fälle laufend sinkt. Ein Terminal sollte deswegen aber nicht ausschließlich auf Maestro konfiguriert sein.

Warum wird bei manchen Kunden eine PIN verlangt und bei anderen nicht?

Das steuert die kartenausgebende Bank nach europäischen Sicherheitsvorgaben. In Österreich gilt: bis 50 Euro je Zahlung meist ohne PIN, ab kumuliert 125 Euro oder nach fünf kontaktlosen Vorgängen wieder mit. Das ist kein Fehler Ihres Geräts.

Bekomme ich eine Zahlungsgarantie?

Bei erfolgreicher Online-Autorisierung ist die Zahlung zugesagt. Anders ist es bei Verfahren ohne Autorisierung, bei denen nur eine Einzugsermächtigung unterschrieben wird — dort trägt der Betrieb das Ausfallrisiko. Welche Verfahren auf Ihrem Terminal aktiv sind, sollte im Vertrag eindeutig stehen.

Zählt eine Bankomatkartenzahlung zu meinen Barumsätzen?

Ja. Nach der Bundesabgabenordnung gilt die Kartenzahlung vor Ort als Barumsatz. Sie zählt damit für die Schwelle von 7.500 Euro Barumsatz, ab der zusammen mit 15.000 Euro Jahresumsatz die Registrierkassenpflicht greift. Rechtsstand 1. August 2026; für Ihren Fall ist die steuerliche Beratung zuständig.

Reden wir bei Ihnen im Betrieb.

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