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Zahlen zum Bezahlen in Österreich

Wie viele Karten sind im Umlauf, wie oft wird damit gezahlt, wie viel läuft kontaktlos, und wie groß ist der Bargeldanteil wirklich? Diese Seite sammelt die veröffentlichten Zahlen zum österreichischen Zahlungsverhalten, nennt zu jeder Zahl die Quelle und das Erhebungsjahr — und sagt ausdrücklich, welche Angaben es für Österreich nicht gibt.

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Warum hier ausschließlich österreichische Erhebungen stehen

Wer nach Kennzahlen zum bargeldlosen Bezahlen sucht, landet im deutschsprachigen Netz fast immer bei deutschen Erhebungen. Die sind sauber gemacht, beschreiben aber einen anderen Markt: ein anderes nationales Debitsystem, andere Kontaktlosgrenzen, eine andere Handelsstruktur und eine andere Zahlungskultur. Für eine Entscheidung im eigenen Betrieb sind sie deshalb nur begrenzt brauchbar.

Für Österreich gibt es eine eigene, gut dokumentierte Datenlage. Die Nationalbank veröffentlicht Bestands- und Nutzungszahlen zu Debit- und Kreditkarten sowie eine laufende Auswertung zu Trends beim elektronischen Bezahlen. Dazu kommen Kennzahlen des zentralen Transaktionsdienstleisters und Erhebungen zum Bargeldverhalten. Diese Seite gibt sie wieder, ohne sie zu glätten.

Drei Regeln gelten dabei durchgehend. Jede Zahl bekommt ihr Erhebungsjahr, weil Zahlungsverhalten sich schnell ändert. Werte aus unterschiedlichen Erhebungen werden nicht miteinander verrechnet, auch wenn es verlockend wäre. Und wo für Österreich keine Zahl veröffentlicht ist, steht das hier so — und nicht ein Schätzwert.

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Der Kartenmarkt in Zahlen: Erhebung der Nationalbank für 2024

Die Nationalbank weist Kartenbestand und Kartennutzung getrennt nach Debit und Kredit aus. Die rechte Spalte ordnet ein, was die Zahl für einen Betrieb bedeutet.

KennzahlWert für 2024Was daraus folgt
Debitkarten im Umlaufrund 11 MillionenMehr Karten als Einwohner. Praktisch jede Kundin und jeder Kunde an Ihrer Kassa trägt eine Debitkarte bei sich.
Zahlungen mit Debitkartenknapp 1,8 Milliarden, plus 13 Prozent gegenüber 2023Die Debitkarte ist das meistgenutzte bargeldlose Zahlungsmittel am Point of Sale — und sie wächst zweistellig.
Kontaktlosanteil an den Kartentransaktionen9 von 10Der Kontaktlosleser ist kein Zusatz mehr, sondern der Normalfall. Ein Gerät ohne gut sichtbares Leserfeld bremst die Kassa.
Kontaktlosanteil an den Debitkartenzahlungen an der Kassa95 Prozent zum Jahresende 2024In der engeren Betrachtung nur der Debitzahlungen im Handel liegt der Anteil noch höher als im Gesamtbild.
Kreditkartenprodukte im Umlaufrund 3 MillionenDavon etwa 2 Millionen Charge Cards und 1 Million Revolving Cards. Kreditkarten werden überwiegend für Reiseausgaben genutzt.

Quelle: Oesterreichische Nationalbank, Statistik zu Kartenzahlungen sowie Auswertung „Aktuelle Trends beim elektronischen Bezahlen". Erhebungsjahr 2024, Abrufstand 1. August 2026.

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Was ein Plus von 13 Prozent im Betrieb bedeutet

Ein Zuwachs von 13 Prozent bei den Debitkartenzahlungen innerhalb eines Jahres ist kein statistisches Rauschen. Er bedeutet, dass die Zahl der Kartenvorgänge an einer durchschnittlichen Kassa spürbar steigt, während die Zahl der Bargeldvorgänge entsprechend sinkt. Beides hat betriebliche Folgen, und beide werden regelmäßig unterschätzt.

Auf der Kostenseite heißt Wachstum bei Kartenzahlungen: Jede Gebührenposition, die pro Transaktion anfällt, wächst mit. Ein fixes Entgelt je Vorgang wirkt bei steigender Vorgangszahl stärker als ein prozentualer Satz, besonders bei kleinen Bons. Wer heute auf Basis der Umsätze von vorgestern kalkuliert, rechnet mit einer zu niedrigen Vorgangszahl.

Auf der Ablaufseite heißt es: Die Kassa wird zum Nadelöhr, wenn das Gerät langsam ist, ungünstig steht oder die Verbindung wackelt. Zwei Sekunden Unterschied je Zahlung fallen bei fünfzig Vorgängen am Tag nicht auf, bei fünfhundert schon.

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Zwei Kontaktloswerte, die beide stimmen

In den Veröffentlichungen der Nationalbank stehen zwei unterschiedliche Kontaktloszahlen nebeneinander: „9 von 10 Kartentransaktionen" und „95 Prozent". Das ist kein Widerspruch, sondern eine andere Grundgesamtheit — und genau solche Unterschiede sind der Grund, warum Zahlen aus verschiedenen Auswertungen nicht zusammengerechnet werden dürfen.

Die erste Angabe beschreibt Kartentransaktionen insgesamt. Die zweite bezieht sich enger auf die Debitkartenzahlungen an der Kassa zum Jahresende 2024. Je enger der Ausschnitt auf den stationären Handel gelegt wird, desto höher fällt der Kontaktlosanteil aus.

Für die Praxis ist der Unterschied ohne Bedeutung: In beiden Lesarten ist die kontaktlose Zahlung der Regelfall und die Chip-und-PIN-Zahlung die Ausnahme. Relevant wird die Unterscheidung erst dann, wenn jemand zwei Prozentwerte gegeneinanderstellt und daraus eine Entwicklung ableitet, die es so nicht gibt.

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Wie intensiv eine einzelne Karte genutzt wird

Setzt man knapp 1,8 Milliarden Debitkartenzahlungen ins Verhältnis zu rund 11 Millionen Karten, ergibt das etwa 176 Zahlungen je Karte und Jahr, also rund drei pro Woche. Diese Verhältniszahl ist nicht amtlich veröffentlicht, sondern aus den beiden genannten Werten abgeleitet — sie ist als Größenordnung gemeint, nicht als exakte Kennzahl.

Aussagekräftig ist sie trotzdem, weil sie eine verbreitete Fehlannahme korrigiert: Die Karte ist in Österreich kein Zahlungsmittel für den Großeinkauf, sondern ein Alltagsinstrument mit hoher Frequenz. Ein Betrieb, der Kartenzahlung erst ab einem bestimmten Betrag anbietet oder nahelegt, stellt sich damit gegen das tatsächliche Nutzungsverhalten seiner Kundschaft.

Zur Einordnung gehört ein zweiter Punkt aus derselben Datenlage: Die österreichische Debitkarte trägt heute eine 16-stellige Kartennummer und ist damit auch im Onlinehandel einsetzbar. Seit 2019 wird das frühere nationale Debitprodukt schrittweise durch Debit Mastercard und teilweise Visa Debit ersetzt; seit 1. Juli 2023 werden keine neuen Karten des alten Typs mehr ausgegeben.

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Der Onlinehandel: 10,6 Milliarden Euro und ein anderer Zahlungsmittelmix

Die Nationalbank beziffert die österreichischen Online-Ausgaben für 2024 auf 10,6 Milliarden Euro, ein Plus von 5 Prozent gegenüber 2023. Der Mix im Netz sieht deutlich anders aus als an der Kassa.

Zahlungsmittel im OnlinehandelAnteil 2024
Kartenzahlungen38 Prozent
Wallets und Internetbezahlverfahren29 Prozent
Überweisungen10 Prozent
Lastschriften8 Prozent
Echtzeitüberweisungen5 Prozent

Quelle: Oesterreichische Nationalbank, „Aktuelle Trends beim elektronischen Bezahlen", Abrufstand 1. August 2026. Die Anteile summieren sich nicht auf 100 Prozent; die übrigen Verfahren weist die Quelle nicht einzeln aus. Die Echtzeitüberweisung ist in Österreich seit November 2017 verfügbar und für europäische Banken seit Oktober 2025 verpflichtend.

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Bargeld: der Anteil ist höher, als die Kartenzahlen vermuten lassen

Österreich gilt als bargeldaffin, und die vorliegenden Erhebungen bestätigen das. Im stationären Handel wurden rund zwei Drittel der Vorgänge bar abgewickelt, der Kartenanteil an den Transaktionen lag bei etwa 30 Prozent. Nach Umsatz gerechnet dreht sich das Bild deutlich: Dort lag Bargeld bei rund 48 Prozent — weil bar überwiegend kleine Beträge bezahlt werden.

Besonders deutlich wird das bei den Kleinbeträgen: Rund 77 Prozent der Zahlungen unter 10 Euro erfolgten bar, und 93 Prozent der Befragten bezeichneten Bargeld als optimales Zahlungsmittel. Für einen Betrieb mit kleinen Bons heißt das, dass die Kartenquote dort langsamer steigt als im Gesamtmarkt — und dass eine Kalkulation, die von reiner Kartenzahlung ausgeht, an der Realität vorbeigeht.

Wichtig zur Belastbarkeit: Diese Bargeldwerte beruhen auf einer Datenbasis der Jahre 2022 und 2023 und sind damit älter als die Kartenzahlen weiter oben. Sie dürfen deshalb nicht mit den Zahlen für 2024 in einer Rechnung vermischt werden. Die Richtung ist dennoch eindeutig: Der Bargeldanteil sinkt, er verschwindet aber nicht.

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Die Infrastruktur hinter den Zahlen

Anders als in größeren Märkten läuft der österreichische Massenzahlungsverkehr über eine gemeinsame, bankeneigene Zentralinfrastruktur. Das erklärt, warum es hier kaum konkurrierende technische Netze gibt.

01Wer die Infrastruktur betreibt
Die Payment Services Austria steht im Eigentum der österreichischen Banken, wurde 2012 im Zuge der Umstrukturierung des Kartenmarkts gegründet und hat ihren Sitz in Wien. Sie beschäftigt rund 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
02Größenordnung des Betriebs
Das Unternehmen weist auf Jahresbasis rund 3,45 Milliarden Transaktionen aus, davon 244 Millionen im E-Commerce, dazu 11 Millionen Debitkarten und 6.474 Geldausgabeautomaten. Diese Zahl liegt deutlich über den 1,8 Milliarden Kartenzahlungen der Nationalbank, weil sie den gesamten verarbeiteten Zahlungsverkehr umfasst und nicht nur Zahlungen an der Kassa.
03Was dort verarbeitet wird
Kartenausgabe und Transaktionsverarbeitung, Zahlungsmedien am Mobiltelefon, Mobile-Payment-Technologien, QR-Code-Zahlungen, Schnittstellen nach der zweiten Zahlungsdiensterichtlinie sowie Betrieb und Überwachung des Geldautomatennetzes.
04Clearing des Massenzahlungsverkehrs
Die Abwicklung des nationalen Massenzahlungsverkehrs wurde Anfang 2021 von einer Tochtergesellschaft der Nationalbank übernommen. Dieser Punkt ist auf den Unternehmensseiten nur indirekt bestätigt und stammt aus zusammengefassten Sekundärquellen — er ist hier entsprechend gekennzeichnet.
05Warum das keine Wettbewerbsfrage ist
Diese Gesellschaft verkauft keine Terminals und schließt keine Akzeptanzverträge mit Betrieben. Sie ist Infrastruktur, nicht Anbieter. Wer einen Akzeptanzvertrag sucht, verhandelt mit einem Acquirer oder Serviceprovider, nicht mit ihr.
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Was in diesen Zahlen nicht steht

Zur Redlichkeit gehört, die Lücken zu benennen. Für Österreich ist der Umsatz, der über Debitkarten abgewickelt wird, in den herangezogenen Quellen nicht ausgewiesen — anders als die Transaktionszahl. Auch die Zahl der Akzeptanzstellen und der durchschnittliche Zahlungsbetrag je Kartenvorgang sind dort nicht veröffentlicht.

Ebenfalls nicht belastbar erhoben ist, welcher Anteil der österreichischen Betriebe überhaupt Kartenzahlung annimmt. Zahlen dazu kursieren, sie stammen aber aus Anbieterkommunikation und nicht aus einer unabhängigen Erhebung. Wir geben sie deshalb nicht wieder.

Wo auf dieser Seite ein Wert aus zwei anderen abgeleitet wurde — das betrifft die Zahlungen je Karte und Jahr —, steht das ausdrücklich dabei. Alle übrigen Werte sind so veröffentlicht, wie sie hier stehen.

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Kennzahlen, die aus einem anderen Markt stammen

150-Euro-Grenze.
girocard-Jahreszahlen.
EHI-Umsatzanteile.
Netzbetreiber-Statistik.
SENZA.

Diese vier Größen tauchen in deutschsprachigen Texten ständig auf und beschreiben ausnahmslos den deutschen Markt. Für Österreich gelten eine kumulierte Kontaktlosgrenze von 125 Euro, eine eigene Debitkartenstatistik der Nationalbank und eine Marktstruktur, in der es die Rolle des Netzbetreibers gar nicht gibt. Wer sie übernimmt, beschreibt das falsche Land.

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Häufige Fragen zu den Marktzahlen

Aus welchem Jahr stammen die Zahlen auf dieser Seite?

Die Karten- und Onlinezahlen beziehen sich auf das Erhebungsjahr 2024, abgerufen im August 2026. Die Bargeldwerte beruhen auf einer älteren Datenbasis der Jahre 2022 und 2023; das steht im betreffenden Abschnitt ausdrücklich dabei. Die Kennzahlen des Transaktionsdienstleisters sind Jahreswerte ohne eigene Jahresangabe in der Quelle.

Warum stehen hier keine Vergleichszahlen aus Deutschland?

Weil die beiden Märkte unterschiedlich erheben. Die deutschen Erhebungen messen teils Umsatzanteile im Einzelhandel, teils Transaktionsanteile über alle Alltagssituationen, und das nationale Debitverfahren ist ein anderes. Ein direkter Vergleich einzelner Prozentwerte führt fast immer in die Irre. Wo ein Unterschied für die Praxis wichtig ist — etwa bei der kumulierten Kontaktlosgrenze von 125 statt 150 Euro — sagen wir das auf der jeweiligen Fachseite.

Gilt „9 von 10 kontaktlos" jetzt, oder sind es 95 Prozent?

Beides ist richtig, die Werte beziehen sich auf unterschiedliche Ausschnitte. 9 von 10 betrifft die Kartentransaktionen insgesamt, 95 Prozent die Debitkartenzahlungen an der Kassa zum Jahresende 2024. Für die Ausstattung einer Kassa macht das keinen Unterschied: Kontaktlos ist in beiden Lesarten der Normalfall.

Wie viele Betriebe in Österreich akzeptieren Kartenzahlung?

Dazu liegt uns keine unabhängig erhobene Zahl vor. Was kursiert, stammt aus Anbieterkommunikation. Wir geben solche Angaben nicht als Marktzahl wieder — lieber eine Lücke benennen als eine Zahl, die niemand prüfen kann.

Wächst der Kartenanteil weiter?

Die Richtung ist in allen herangezogenen Erhebungen dieselbe: mehr Kartenvorgänge, sinkender Bargeldanteil, nahezu vollständige Kontaktlosnutzung. Die Debitkartenzahlungen sind zuletzt um 13 Prozent binnen eines Jahres gestiegen. Eine Prognose für die kommenden Jahre leiten wir daraus nicht ab — dafür ist eine Jahresreihe zu kurz.

Kann ich diese Zahlen für meine eigene Kalkulation verwenden?

Als Größenordnung ja, als Rechengrundlage nur mit Vorsicht. Marktwerte sagen nichts über Ihren Betrieb: Ein Gastronomiebetrieb mit hohem Durchschnittsbon hat eine völlig andere Kartenquote als ein Kiosk. Nehmen Sie für eine Kalkulation Ihre eigenen Vorgangszahlen aus der Kassa und verwenden Sie die Marktzahlen nur zur Plausibilitätsprüfung.

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Stand und Herkunft der Angaben

Karten-, Kontaktlos- und Onlinezahlen stammen aus den Veröffentlichungen der Oesterreichischen Nationalbank zu Kartenzahlungen und zu aktuellen Trends beim elektronischen Bezahlen, Erhebungsjahr 2024, abgerufen am 1. August 2026. Die Bargeldwerte stammen aus Erhebungen der Nationalbank und des Handelsverbands mit einer Datenbasis der Jahre 2022 und 2023.

Die Kennzahlen zur Zentralinfrastruktur stammen vom Betreiber selbst sowie aus einem Partnerprofil des Handelsverbands; die Angabe zum Clearing des Massenzahlungsverkehrs ist nur indirekt bestätigt und oben entsprechend gekennzeichnet. Zahlen ändern sich — prüfen Sie sie vor einer Entscheidung an der Quelle nach.

Reden wir bei Ihnen im Betrieb.

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