Was an einer österreichischen Tür steht
Die Bankomatkarte ist an der Kassa die wichtigste Karte des Landes: rund 11 Millionen Debitkarten mit knapp 1,8 Milliarden Transaktionen im Jahr 2024. Auf der Karte und damit an der Tür steht aber nicht „Bankomat“, sondern die internationale Marke, über die die Karte läuft. Seit 2019 stellen die Institute von Maestro auf Debit Mastercard um; daneben gibt es Visa Debit.
Für Ihren Aufkleber heißt das: Die entscheidenden Zeichen sind die von Mastercard und Visa, ergänzt um die Kreditkartenmarken, die Ihr Vertrag umfasst, um Apple Pay und Google Pay und, wenn Sie es anbieten, um Bluecode.
Ein Hinweis zu Aufkleber-Sets aus Deutschland: Sie enthalten häufig das girocard-Zeichen des deutschen Debitsystems. Das gehört an eine österreichische Tür nur, wenn Ihr Vertrag diese Marke tatsächlich umfasst — sonst verstößt der Aufkleber gegen die Grundregel unten.
Wo die Marken ihre Originaldateien bereitstellen
Die offiziellen Bezugsquellen. Die letzte Spalte zeigt, ob Sie die Dateien frei nutzen dürfen oder ob eine Autorisierung vorausgesetzt wird.
| Marke | Offizielle Quelle | Was dort bereitliegt | Zugang |
|---|---|---|---|
| Mastercard und Debit Mastercard | Mastercard Brand Center, Bereich Download Artwork | Acceptance Mark und die Branding Requirements, inklusive der Varianten „debit“ und „credit & debit“ | Öffentlich im Browser zugänglich |
| Visa und Visa Debit | brand.visa.com; für Händlermaterial zusätzlich die Merchant-Signage-Seite von Visa | Visa Brand Mark und die Brand Standards vom September 2025 | Öffentlich zugänglich |
| Bluecode | Bluecode-Newsroom, Download-Bereich | Bluecode-Logos zur weiteren Verwendung und die Brand Guidelines als PDF | Öffentlich zugänglich |
| American Express | amexglobalbrand.com, Bereich Downloads | Elektronische Artwork der Blue Box | Öffentlich zugänglich |
| Diners Club / Discover | Discover Network, „Free Signage and Logos“, und discoversignage.com | Digitale Logos als RGB-JPG und -PNG sowie CMYK-EPS und -AI | Nutzung nur im Rahmen der Autorisierung durch Discover |
| JCB | JCB Emblem Download Agreement auf global.jcb | JCB-Emblem als GIF in drei Größen | Nur für Händler mit Vertrag mit JCB oder einem JCB-Partner |
| UnionPay | UnionPay International, Artwork Download Center | Merchant Acceptance Marks bis zum Türaufkleber | Öffentlich zugänglich |
| Apple Pay / Google Pay | Apple Pay Marketing Guidelines; Google Pay Brand Guidelines | Apple Pay Mark; Google Pay Acceptance Mark und Payment Button | Öffentlich, mit strengen Gestaltungsregeln |
| Alipay+ / WeChat Pay | Alipay+ über den Acquiring-Partner; WeChat Branding Guidelines | Acceptance Marks für Kassa und QR-Code | Alipay+ nur über den Acquirer, Downloadlinks gelten 14 Tage |
Stand 01.08.2026. Mastercard- und Visa-Seiten sperren automatisierte Abrufe; die Inhalte sind im Browser öffentlich erreichbar.
Maestro an der Tür: was sich ändert
Wenn an Ihrer Tür noch das Maestro-Zeichen hängt: Die Umstellung auf Debit Mastercard läuft seit 2019 institutsweise, also Bank für Bank und nicht an einem Stichtag. In den Geldbörsen Ihrer Kundschaft stecken deshalb beide Kartengenerationen nebeneinander.
Solange Ihr Terminal Maestro-Karten annimmt, ist ein Maestro-Aufkleber nicht falsch. Fehlt daneben aber das Zeichen von Debit Mastercard, sieht ein Teil Ihrer Kundschaft an der Tür die eigene Karte nicht — und fragt an der Kassa nach oder zahlt bar. Hängen Sie die Debit-Zeichen deshalb gleichwertig dazu.
Wie breit die Markenwelt rund um die Debitkarte ist, zeigt die Liste der PSA Payment Services Austria für die angebundenen Geldautomaten: Dort stehen Maestro, Debit Mastercard, V PAY und Visa Debit nebeneinander. An der Kassa gilt dieselbe Logik — gezeigt wird, was angenommen wird.
Nur zeigen, was Ihr Vertrag wirklich umfasst
Die Mastercard-Vorgaben sagen es ausdrücklich, und der Sache nach gilt es für jede Marke: Gezeigt werden dürfen nur die Zeichen der Systeme, die Sie tatsächlich akzeptieren.
In Österreich betrifft das vor allem American Express sowie Diners Club und Discover. Sie werden auch dort, wo das Terminal sie annimmt, gesondert abgerechnet; American Express läuft über einen eigenen Akzeptanzvertrag. Für JCB, Alipay+ und Discover verlangt schon der Bezug der Dateien eine Autorisierung.
Fragen Sie Ihren Anbieter schriftlich, welche Marken Ihr Vertrag umfasst. Genau diese gehören an Tür, Kassa und in den Webshop — nicht mehr und nicht weniger.
Gleich groß ist Pflicht: die Regeln der Marken
Mehrere Kartensysteme verlangen Gleichbehandlung neben anderen Zeichen. Belegte Werte nennen wir mit Zahl; wo keine öffentlich prüfbare Zahl vorliegt, steht das so in der Tabelle.
| Marke | Gleichbehandlung | Belegte Mindestwerte und Abstände | Farbe und Form |
|---|---|---|---|
| Mastercard | „At parity“: gleiche Größe, Häufigkeit, Farbbehandlung und Platzierung | Keine öffentlich prüfbaren Werte — im Brand Center nachschlagen | Nur vollfarbig, nie in Graustufen |
| Visa | Mindestens so groß wie jede andere gezeigte Zahlungsmarke | In-Store mindestens 17,50 mm bzw. 50 Pixel breit; Schutzraum 0,5 × Markenhöhe; online mindestens 5 mm hoch | Nie gestreckt, nicht auf unruhigem Hintergrund |
| American Express | Eigene Abstandsregel zu fremden Marken | Mindestens 3/8 Zoll, bevorzugt 1/2 Zoll; Abstand zu anderen Marken das 1,5-Fache der Boxgröße | Nur in „American Express Blue“ oder Schwarz |
| JCB | Nicht kleiner als die anderen gezeigten Logos | Mindestens 37 Pixel breit | Seitenverhältnis, Farbe und Text unverändert |
| Apple Pay | Nicht größer als andere Zahlungszeichen | Schutzraum mindestens 1/4 der Markenhöhe | Nur weiß mit Konturlinie |
| Google Pay | Höhe wie die anderer Zahlungsmethoden | Schutzraum 0,5 × Höhe des „G“; Button mindestens 90 dp breit | Nur die gelieferten Fassungen |
Stand 01.08.2026. Für Bluecode liegen uns keine geprüften Mindestwerte vor; maßgeblich sind die Brand Guidelines aus dem Bluecode-Newsroom. Die Amex-Werte stammen aus Guidelines vom Juni 2018 und sollten vor einem Druck gegengeprüft werden.
Bluecode: das österreichische Zeichen neben den Karten
Bluecode ist in Österreich stark verbreitet und läuft über einen Code am Smartphone statt über eine Karte. Für Ihren Aushang heißt das: Bluecode steht nicht im Kartensortiment der Terminal-Aufkleber, sondern ist ein eigenes Zeichen, das Sie nur zeigen, wenn Sie das Verfahren tatsächlich anbieten.
Die Logos und die Brand Guidelines stellt Bluecode selbst im Newsroom bereit. Das ist zugleich der einzige Ort, aus dem Sie die Datei beziehen sollten — auch hier gilt: keine Kopie von einer fremden Website.
Was Bluecode für Ihren Betrieb bedeutet, wie es an der Kassa abläuft und wo es neben dem Terminal läuft, steht auf unserer Seite zu Bluecode.
Die fünf häufigsten Fehler an Tür und Kassa
- 01Logo aus der Bildersuche
- Dateien von Logo-Sammelseiten sind rechtlich nicht sauber und oft veraltet. Die Originale kosten bei fast allen Marken nichts.
- 02In der Hausfarbe eingefärbt
- Eine graue Mastercard-Marke oder eine Blue Box in Ladengrün verstoßen gegen die Veränderungsverbote der Marken.
- 03Eine Marke größer als die anderen
- Mastercard, Visa, JCB und Discover verlangen Gleichbehandlung — eine hervorgehobene Marke verletzt gleich mehrere Regelwerke.
- 04Nur Maestro, kein Debit Mastercard
- Ein Teil Ihrer Kundschaft trägt bereits die neue Karte und sucht an der Tür ihr Zeichen. Beide gleichwertig zeigen, solange beide angenommen werden.
- 05Aufkleber-Set aus Deutschland übernommen
- Solche Sets zeigen Marken, die Ihr österreichischer Vertrag womöglich nicht umfasst. Gezeigt wird nur, was angenommen wird.
Zum Lieblingszahlungsmittel einladen ja, Zuschlag nein
Viele Betriebe hängen neben die Zeichen einen Hinweis. In Österreich verbietet § 56 Abs. 3 ZaDiG, für die Verwendung eines bestimmten Zahlungsmittels eine Gebühr zu verlangen. Das gilt für alle gängigen Zahlungsmittel und auch für das Weiterverrechnen eigener Entgelte. Ein Schild „Kartenzahlung zzgl. Gebühr“ ist daher rechtlich angreifbar.
Erlaubt sind dagegen Rabatte und andere Anreize für ein bestimmtes Zahlungsmittel. Die EU-Verordnung über Interbankenentgelte, die in Österreich unmittelbar gilt, erlaubt ausdrücklich, Kundinnen und Kunden zu einem bevorzugten Zahlungsmittel zu lenken und über Entgelte zu informieren (Art. 11).
Dieselbe Verordnung begrenzt die Annahmepflicht auf dieselbe Marke und dieselbe Kartenart (Art. 10): Sie dürfen etwa die Kreditkarten einer Marke annehmen und deren Debitkarten nicht, oder umgekehrt. Für genau diesen Fall halten die Marken eigene Zeichen wie „debit“ oder „credit & debit“ bereit. Zu Mindestbeträgen und Zuschlägen im Detail steht mehr auf unserer Seite zum Mindestbetrag.
Häufige Fragen zu Akzeptanzlogos in Österreich
Gibt es ein eigenes Logo für die Bankomatkarte?
An der Tür zeigen Sie die Marke, über die die Karte läuft — Debit Mastercard oder Visa Debit, bei älteren Karten Maestro. Ein eigenes Akzeptanzzeichen „Bankomatkarte“ mit offizieller Bezugsquelle ist uns nicht bekannt; wir nennen deshalb keine.
Darf ich die Logos an meine Ladenfarben anpassen?
Nein. Die Regelwerke der großen Marken untersagen Veränderungen. Mastercard erlaubt die Marke nur vollfarbig, American Express nur in seinem Blau oder in Schwarz, Apple Pay nur weiß mit Kontur.
Gelten die Regeln auch im Webshop?
Ja. Visa verlangt im Online-Checkout eine Höhe von mindestens 5 mm und volle Farbe, Google Pay eine Button-Breite von mindestens 90 dp, und auch online darf keine Marke kleiner erscheinen als die anderen.
Darf ich einen Rabatt für Barzahlung ausschildern?
Ja. Das ZaDiG verbietet den Zuschlag für ein Zahlungsmittel, erlaubt aber Ermäßigungen und andere Anreize. Der Rabatt ist die zulässige Alternative zum Kartenzuschlag.
Wie komme ich an Zeichen für Gäste aus Asien?
JCB vergibt sein Emblem nur an Händler mit Vertrag, Alipay+ die Zeichen nur über den Acquiring-Partner. Beides klären Sie zusammen mit der Freischaltung des Verfahrens, nicht über eine Bildersuche.