Was ein mobiles Terminal von den anderen Bauformen trennt
Ein mobiles Terminal ist ein vollwertiges, eigenständiges Zahlgerät mit Akku. Es braucht kein Smartphone daneben, keine Basisstation und keine Kasse, um zu funktionieren. Sie geben den Betrag ein oder bekommen ihn aus der Kasse übergeben, der Kunde zahlt, und das Gerät druckt den Beleg. Genau das unterscheidet es vom Kartenleser, der ohne gekoppeltes Smartphone nutzlos ist.
Die Abgrenzung zum SmartPOS verläuft weicher. Viele moderne mobile Geräte laufen auf Android und sind damit gleichzeitig SmartPOS. Der Unterschied liegt im Zweck: Beim klassischen mobilen Terminal steht die Zahlung im Vordergrund, häufig mit physischer Tastatur, langer Akkulaufzeit und schnellem Drucker. Beim SmartPOS kommen Anwendungen, Kamera und Scanner dazu.
Der praktische Nutzen ist in vielen Betrieben derselbe: Der Zahlvorgang findet dort statt, wo er entsteht. Im Restaurant heißt das, dass die Servicekraft nicht zweimal zwischen Tisch und Kasse läuft. Beim Lieferdienst heißt es, dass der Fahrer kein Bargeld mitführen muss. Im Handwerk heißt es, dass die Rechnung direkt nach dem Auftrag beglichen wird, statt in einem Zahlungsziel und einer Mahnung zu enden.
Verbreitete mobile Geräte
Die Übersicht enthält Geräte, die im deutschsprachigen Markt häufig unter verschiedenen Anbieternamen ausgeliefert werden.
| Gerät | Display | Konnektivität | Bondrucker | Akku und Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| Ingenico Move/5000 | 3,5 Zoll Farb-Touchscreen | Mobilfunk bis 4G mit Dual-SIM, WLAN, Bluetooth | Integrierter Thermodrucker | 2900 mAh; optionaler Barcodescanner und Kamera, Variante für explosionsgefährdete Bereiche verfügbar |
| PAX A920Pro | 5,5 oder 6,56 Zoll je nach Variante | 4G, WLAN, Bluetooth, eSIM | Schneller Thermodrucker | 5150 mAh; Front- und Rückkamera, optionale Ladestation mit weiteren Anschlüssen |
| SUNMI P3 | 6,75 Zoll, in der kompakten Variante 5 Zoll | Mobilfunk bis 4G, WLAN, Bluetooth, Satellitenortung | Thermodrucker mit 70 mm pro Sekunde | Wechselbarer Akku; optionaler Scanner, in Österreich unter anderem Namen im Markt |
| Castles Saturn 1000F2 | 5,5 Zoll Touchscreen | 4G, WLAN, Bluetooth | Integrierter Thermodrucker | Wechselbarer Akku mit hoher Kapazität; robuster Scanner für den Flächeneinsatz |
| Verifone V240m | 3,5 Zoll mit zusätzlicher Tastatur | Nur 2G und 3G, dazu WLAN und Bluetooth | Integrierter Drucker | Im Feld tauschbarer Akku; ohne LTE, deshalb für den Neueinsatz nur eingeschränkt geeignet |
| Worldline Yoximo | 2,2 Zoll Farbdisplay | GPRS und WLAN | Integriert | Langer Dauerbetrieb, aber ohne LTE; Gerät einer auslaufenden Generation |
Die Angaben beschreiben die Herstellerbasis. Welche Funktionen tatsächlich im Menü erscheinen, hängt zusätzlich davon ab, wer das Gerät betreibt.
Die Netzfrage entscheidet über die Gerätewahl
Bei mobilen Terminals ist die Datenverbindung der kritische Punkt. Ein Gerät, das nur 2G oder 3G beherrscht, ist heute kaum noch sinnvoll: Die 3G-Netze sind in Deutschland abgeschaltet, und 2G ist eine schmale, langsame Rückfallebene, die je nach Standort auch nicht ewig bleibt. Achten Sie darauf, dass ein neu beschafftes Gerät mindestens 4G beherrscht. Das ist der wichtigste einzelne Prüfpunkt bei mobilen Terminals und wird in Vergleichen erstaunlich selten genannt.
Der zweite Punkt ist die SIM-Karte. Viele Anbieter liefern eine sogenannte Multinetz-SIM mit, die sich automatisch in das jeweils am besten erreichbare Netz einbucht. Das ist ein echter Vorteil, wenn Sie an wechselnden Standorten arbeiten oder wenn an Ihrem Standort ein einzelnes Netz schwach ist. Einzelne Geräte, etwa das Ingenico Move/5000, bieten zusätzlich zwei SIM-Steckplätze.
Der dritte Punkt ist der Wechsel zwischen WLAN und Mobilfunk. Gute Geräte schalten automatisch um, sobald ein Netz wegbricht. In der Praxis lohnt sich ein Test vor dem Echtbetrieb: einmal auf der Terrasse, einmal im Keller, einmal im hinteren Lagerraum. Wenn der Wechsel dort sauber läuft, läuft er auch im Alltag.
Worauf Sie bei Akku, Drucker und Handhabung achten sollten
- 01Akkulaufzeit im realen Tagesablauf
- Herstellerangaben beschreiben den Idealfall. Entscheidend ist, wie viele Vorgänge mit Druck und Mobilfunk auf einer Ladung möglich sind. Wenn Ihr Betrieb einen langen Servicetag hat, planen Sie entweder eine Ladestation an einem festen Platz oder ein Gerät mit wechselbarem Akku ein.
- 02Wechselbarer oder fest verbauter Akku
- Ein wechselbarer Akku bedeutet, dass ein zweiter Akku den Betrieb rettet, wenn der erste leer ist. Er bedeutet auch, dass nach zwei oder drei Jahren nicht das ganze Gerät getauscht werden muss, weil der Akku nachlässt. Mehrere aktuelle Geräte bieten das, andere nicht.
- 03Druckgeschwindigkeit und Bonrollen
- Am Tisch fällt ein langsamer Drucker sofort auf, weil der Gast wartet. Verbreitet sind Rollen mit 57 bis 58 Millimeter Breite. Halten Sie Ersatzrollen dort bereit, wo kassiert wird, nicht im Lager; das ist der häufigste Grund für eine Unterbrechung mitten im Service.
- 04Gewicht und Griffigkeit
- Ein mobiles Terminal wiegt je nach Modell etwa 250 bis 350 Gramm. Was auf dem Datenblatt nach wenig klingt, macht über eine Schicht in der Hand einen Unterschied. Ebenso wichtig sind eine rutschfeste Oberfläche und die Frage, ob das Gerät in die Schürzentasche passt.
- 05Ablesbarkeit im Freien
- Auf der Terrasse, am Marktstand und im Hof steht die Sonne ungünstig. Displays mit hoher Helligkeit und entspiegelter Oberfläche sind hier klar im Vorteil. Testen Sie das, bevor Sie sich festlegen, insbesondere wenn Kunden am Gerät eine PIN eingeben sollen.
Wie mobile Terminals in vier Branchen tatsächlich eingesetzt werden
In der Gastronomie ist der Kern die Zahlung am Tisch. Die Servicekraft bringt das Gerät mit, der Gast zahlt, das Trinkgeld wird am Gerät abgefragt und zusammen mit dem Rechnungsbetrag in einem Vorgang gebucht. Eine Erhebung zum Trinkgeld in der Gastronomie zeigt, dass eine deutliche Mehrheit der Gäste lieber einen eigenen Betrag eingibt als vorgegebene Prozentwerte zu wählen, und dass viele Gäste zweifeln, ob das Kartentrinkgeld beim Personal ankommt. Beide Punkte lassen sich am Gerät und mit einem Satz des Personals auflösen: freie Betragseingabe anbieten und kurz sagen, wie das Trinkgeld verteilt wird.
Im Lieferdienst zählt vor allem, dass der Fahrer kein Bargeld mitführt. Das reduziert das Risiko unterwegs und den Aufwand bei der Abrechnung nach der Schicht. Wichtig ist ein Gerät, das im Treppenhaus und im Hinterhof noch Netz hat, und eine Trinkgeldeingabe, die an der Haustür in wenigen Sekunden erledigt ist.
Im Handwerk und Außendienst geht es um Liquidität. Wer direkt nach dem Auftrag kassiert, hat weder Zahlungsziel noch Mahnlauf. Da beim Kunden selten ein nutzbares WLAN zur Verfügung steht, ist ein Gerät mit eigener SIM-Karte hier praktisch Pflicht. Auf dem Wochenmarkt schließlich zählen Akku, Netzabdeckung und Wetterfestigkeit; ein zweiter geladener Akku oder eine Powerbank gehört zur Grundausstattung.
Die typischen Störungen und wie Sie ihnen zuvorkommen
Die drei häufigsten Unterbrechungen bei mobilen Geräten sind immer dieselben: leerer Akku, leere Bonrolle, kein Netz. Alle drei sind planbar. Ein fester Ladeplatz, an den das Gerät nach jeder Schicht zurückkehrt, löst das erste Problem. Ein sichtbarer Rollenvorrat am Kassenplatz das zweite. Ein Standorttest vor dem Echtbetrieb das dritte.
Die vierte, seltenere Störung ist der abgebrochene Vorgang: Das Gerät verliert mitten in der Zahlung die Verbindung. Moderne Terminals fangen das ab und zeigen den Status eindeutig an. Trotzdem sollte Ihr Personal wissen, wie es den Status einer Zahlung prüft und wie ein Storno funktioniert, bevor es zum ersten Mal passiert. Diese fünf Minuten Einweisung sparen später eine unangenehme Diskussion am Tisch.
Und schließlich: Mobile Geräte gehen verloren oder herunter. Klären Sie vorab, wie schnell ein Ersatzgerät verfügbar ist und was in der Zwischenzeit passiert. In Betrieben, die ohne Kartenzahlung nicht arbeiten können, ist ein Zweitgerät die günstigere Versicherung als ein Ausfalltag.
Häufige Fragen zu mobilen Terminals
Brauche ich für ein mobiles Terminal eigenes WLAN?
Nein. Geräte mit Mobilfunkmodul und SIM-Karte arbeiten unabhängig von Ihrem WLAN. WLAN ist eine sinnvolle Ergänzung, wenn es stabil ist, weil es das Mobilfunkvolumen schont und im Gebäude oft schneller ist. Beides parallel ist die robusteste Variante.
Funktioniert das Gerät auch ohne Verbindung?
Für eine garantierte Zahlung braucht das Terminal eine Autorisierung, und dafür braucht es eine Verbindung. Ohne Netz kann eine Zahlung nicht verbindlich genehmigt werden. Deshalb ist die Netzprüfung am Standort vor der Auswahl wichtiger als jede Zusatzfunktion.
Kann ein mobiles Terminal an mein Kassensystem angebunden werden?
Ja, das ist verbreitet. Die Verbindung läuft dann über WLAN oder über eine Basisstation, in beiden Fällen über die Kassenschnittstellen ZVT oder O.P.I. Für die Gastronomie ist das der übliche Aufbau, weil der Tischbetrag dann direkt aus dem Kassensystem kommt.
Wie wird das Trinkgeld korrekt abgerechnet?
Das Terminal bucht Rechnungsbetrag und Trinkgeld in einer Transaktion und weist das Trinkgeld auf dem Beleg getrennt aus. Freiwilliges Trinkgeld, das der Gast zusätzlich zahlt und das direkt an die Servicekräfte geht, zählt nicht zum steuerpflichtigen Umsatz des Betriebs und muss buchhalterisch getrennt geführt werden. Wie Sie das intern verteilen, sollten Sie schriftlich regeln. Diese Darstellung ersetzt keine Steuerberatung.
Was ist mit Geräten ohne Bondrucker?
Es gibt kompakte mobile Geräte, die bewusst ohne Drucker gebaut sind, etwa der PAX A77 und die darauf basierenden Modelle. Der Beleg wird dann per QR-Code auf dem Display, per E-Mail oder über einen separaten Bluetooth-Drucker zugestellt. Für Lieferdienste und Betriebe mit wenig Belegbedarf ist das leichter und günstiger; wo gedruckt werden muss, ist es die falsche Wahl.
Wie viele Geräte brauche ich in einem Restaurant?
Als Anhaltspunkt: ein Gerät pro Servicekraft, die gleichzeitig kassiert. In kleineren Betrieben genügt oft ein Gerät für den Innenbereich und eines für die Terrasse. Entscheidend ist die Stoßzeit, nicht der Durchschnitt; wenn abends drei Tische gleichzeitig zahlen wollen, hilft kein geteiltes Gerät.
