SENZA.Terminal anfragen
Terminal anfragen

Bauform

SoftPOS und Tap to Pay: Kartenzahlung ohne zusätzliches Gerät

Bei SoftPOS wird das Smartphone selbst zum Kartenleser. Keine Hardware, kein Kabel, keine Ladestation. Diese Seite erklärt, wie das funktioniert, welche Karten damit tatsächlich gehen, was in Deutschland bei der girocard zu beachten ist und wofür die Lösung nicht taugt.

01

Drei Begriffe, die oft vermischt werden

SoftPOS bezeichnet das Verfahren, mit dem ein handelsübliches Smartphone oder Tablet kontaktlose Karten annimmt. Die NFC-Antenne, die sonst für das Bezahlen mit dem Gerät zuständig ist, liest hier die Karte des Kunden. Es wird keine zusätzliche Hardware angeschlossen, nur eine zugelassene Anwendung installiert und freigeschaltet.

Tap to Pay on iPhone ist der Markenname von Apple für dieses Verfahren auf dem iPhone. In Deutschland ist es seit dem 25. Juni 2024 verfügbar, in Österreich seit Oktober 2024. Vorausgesetzt werden ein iPhone Xs oder neuer und eine aktuelle Betriebssystemversion. Auf Android heißt dasselbe Prinzip je nach Anbieter unterschiedlich, funktioniert aber vergleichbar.

COTS ist der Fachbegriff, der Ihnen in Zertifizierungsunterlagen begegnet und schlicht handelsübliche Geräte meint, also Smartphones und Tablets, die nicht speziell für Zahlungen gebaut wurden. Er taucht in den Namen der Sicherheitsstandards auf und ist der Grund, warum es diese Standards überhaupt gibt: Ein normales Smartphone ist keine gesicherte Terminal-Hardware, deshalb muss die Software die Sicherheit tragen.

02

SoftPOS, Kartenleser und Terminal im Vergleich

KriteriumSoftPOS auf dem SmartphoneKartenleser per BluetoothEigenständiges Terminal
Zusätzliche HardwareKeineKleines LesegerätVollwertiges Gerät
Kontaktlose KartenJa, das ist der Kern der LösungJaJa
Karte einsteckenNein, nur kontaktlosJe nach Modell möglichJa, Chip und meist auch Magnetstreifen
PIN-EingabeAuf dem Display des HändlergerätsAuf dem Leser oder dem gekoppelten GerätAuf dem gesicherten Terminaldisplay oder der Tastatur
BondruckNur digital oder über externen DruckerNur digital oder über Dock mit DruckerIn der Regel integriert
Typischer EinsatzZusatzkasse, Saison, Veranstaltung, AußendienstGelegentliche Umsätze, mobile DienstleistungDauerbetrieb an Theke, Tisch oder Kasse

Für den Dauerbetrieb an einem festen Kassenplatz ist SoftPOS in der Regel nicht die erste Wahl, sondern eine sinnvolle Ergänzung.

03

Der deutsche Sonderfall: girocard auf dem Smartphone

International funktioniert SoftPOS unkompliziert mit den kontaktlosen Karten von Mastercard und Visa sowie den darauf aufsetzenden Wallets. In Deutschland kommt die girocard hinzu, und dort ist die Sache komplizierter. Kontaktlose Zahlungen ohne PIN sind bis 50 Euro verbreitet; darüber ist eine PIN erforderlich, und diese PIN muss sicher erfasst werden.

Genau daran hing die Entwicklung. Erst mit einer Pilotzulassung der Deutschen Kreditwirtschaft konnte ein Anbieter girocard-Zahlungen über 50 Euro mit PIN-Eingabe auf einem gewöhnlichen Smartphone abwickeln. Für Sie als Händler heißt das: Die Frage lautet nicht nur, ob eine SoftPOS-Lösung girocard kann, sondern ob sie girocard auch über 50 Euro kann. Diese Frage sollten Sie ausdrücklich stellen, bevor Sie sich festlegen.

Der Hintergrund ist wichtig, weil er die Fehlerquelle im Alltag beschreibt. Ein Betrieb, dessen Bons überwiegend unter 50 Euro liegen, merkt den Unterschied kaum. Ein Betrieb mit größeren Beträgen läuft mit einer eingeschränkten Lösung mehrfach täglich in eine Situation, in der die Zahlung nicht durchgeht und der Kunde eine andere Karte suchen muss.

04

Österreich: dieselbe Technik, andere Begriffe

In Österreich gibt es keine girocard. Die verbreitete Debitkarte ist die Bankomatkarte, die auf internationalen Debitverfahren aufsetzt. Die gesamte Diskussion um DK-Zulassung, Pilotzulassung und Betragsgrenzen der girocard ist für den österreichischen Markt gegenstandslos.

Tap to Pay on iPhone ist in Österreich seit Oktober 2024 verfügbar, gleichzeitig mit mehreren anderen europäischen Märkten. Auch dort wird ein iPhone Xs oder neuer mit aktueller Betriebssystemversion vorausgesetzt. Kontaktloses Bezahlen ohne zusätzliche Freigabe ist ebenfalls bis 50 Euro üblich; darüber verlangt die Karte in aller Regel eine PIN.

Für die Auswahl bedeutet das: In Österreich entscheidet vor allem, welche Kartenmarken und Wallets die Lösung annimmt und wie sie mit Ihrem Akzeptanzvertrag zusammenspielt. In Deutschland kommt die girocard-Frage als eigener Prüfpunkt hinzu.

05

Voraussetzungen und Prüfpunkte vor dem Start

01Passendes Gerät
Auf Apple-Seite ein iPhone Xs oder neuer mit aktueller Systemversion. Auf Android-Seite ein Gerät mit NFC, das die Anforderungen der jeweiligen Lösung erfüllt; nicht jedes Android-Modell ist freigegeben. Prüfen Sie die Geräteliste, bevor Sie ein Diensthandy anschaffen.
02Zugelassene Anwendung
Die Software muss vom Anbieter zertifiziert sein, bevor sie bei Händlern eingesetzt werden darf. Für Sie ist das kein Aufwand, aber ein Auswahlkriterium: Eine Lösung ohne gültige Zertifizierung darf nicht produktiv laufen.
03Stabile Datenverbindung
Wie jedes Terminal braucht auch SoftPOS eine Verbindung zur Autorisierung. Auf einer Veranstaltung mit tausend Menschen im selben Mobilfunkzellenbereich ist das der eigentliche Engpass, nicht die Software.
04Belegweg geklärt
Es gibt keinen Drucker. Der Beleg geht per E-Mail, per QR-Code auf dem Display oder über einen separaten Drucker. Klären Sie vorab, ob Ihre Kundschaft damit zurechtkommt und ob Ihr eigener Belegbedarf abgedeckt ist.
05Trennung von privat und dienstlich
Wenn Personal auf dem eigenen Telefon kassiert, gehören Zuständigkeit, Zugang und Abrechnung klar geregelt. In Betrieben mit wechselndem Personal ist ein Diensthandy die deutlich saubere Lösung.
06

Die Sicherheitsstandards hinter SoftPOS

Für Zahlungen auf handelsüblichen Geräten hat der PCI Security Standards Council mehrere Standards geschaffen. SPoC deckte die PIN-Eingabe auf solchen Geräten ab, CPoC die kontaktlose Annahme. Beide waren getrennte Bausteine für getrennte Teilprobleme.

Der aktuelle Nachfolgestandard heißt MPoC und deckt beides gemeinsam ab: kontaktlose Annahme und PIN-Eingabe auf demselben Gerät. Die älteren Standards laufen aus. Wenn ein Anbieter Ihnen heute eine Lösung anbietet, ist MPoC der Begriff, nach dem Sie fragen sollten; er zeigt, dass die Lösung auf dem aktuellen Stand aufsetzt.

Für Ihren Betrieb ändert der Standard nichts an der Bedienung. Er ist der Grund dafür, dass Sie sich auf die Sicherheit der Lösung verlassen können, obwohl kein gesichertes Terminal im Spiel ist. Rechtsstand dieser Darstellung ist der 1. August 2026; sie ersetzt keine Rechtsberatung.

07

Wofür SoftPOS nicht die richtige Lösung ist

SoftPOS ist keine Hauptkasse für einen Betrieb mit hoher Taktzahl. Ein Telefon, das gleichzeitig klingelt, Nachrichten anzeigt, in den Ruhezustand geht und dabei kassieren soll, ist im Vergleich zu einem eigenständigen Terminal unruhig. Wo ununterbrochen kassiert wird, gehört ein Terminal hin.

Ebenso wenig ersetzt SoftPOS ein Gerät mit Bondrucker, wenn Ihre Kundschaft gedruckte Belege erwartet, und es ersetzt kein Terminal für Karten, die eingesteckt werden müssen. Kontaktlos ist die einzige Annahmeart. Wer noch regelmäßig Karten ohne Kontaktlosfunktion sieht, braucht zusätzlich ein klassisches Gerät.

Der sinnvolle Platz ist die Ergänzung: die zweite Kasse bei Andrang, der Verkaufsstand beim Sommerfest, der Außendienstmitarbeiter, der zweimal pro Woche kassiert, der Foodtruck an wechselnden Standorten. In diesen Fällen ist SoftPOS unschlagbar unkompliziert, weil Sie kein Gerät transportieren, laden oder verwalten müssen.

08

Häufige Fragen zu SoftPOS und Tap to Pay

Kann der Kunde mit SoftPOS auch seine PIN eingeben?

Ja, bei den aktuellen Lösungen wird die PIN auf dem Display des Händlergeräts erfasst. Genau dafür wurden die entsprechenden Sicherheitsstandards geschaffen. Ältere Lösungen konnten nur Zahlungen ohne PIN annehmen und waren dadurch in der Betragshöhe eingeschränkt.

Sieht der Anbieter des Betriebssystems meine Umsätze?

Nach Darstellung von Apple hat das Unternehmen keine Kenntnis von den einzelnen Tap-to-Pay-Vorgängen; Kartennummern und Transaktionsdaten werden nicht auf dem iPhone gespeichert. Die Abwicklung läuft über den Zahlungsdienstleister, nicht über den Gerätehersteller.

Gibt es Betragsgrenzen?

Grenzen können je nach Kartenmarke, Kartenherausgeber und Lösung gelten; einheitliche öffentliche Werte gibt es nicht. Für die girocard in Deutschland ist die Grenze von 50 Euro ohne PIN der bekannteste Fall. Welche Grenzen für Ihre Konstellation gelten, klären wir vor dem Start konkret.

Brauche ich für SoftPOS einen eigenen Vertrag?

Sie brauchen wie bei jedem Terminal eine Akzeptanzvereinbarung und eine Freischaltung. Was Sie nicht brauchen, ist Hardware, Logistik und Rückgabe am Vertragsende. Das macht die Lösung für kurzfristige oder saisonale Bedarfe attraktiv.

Läuft SoftPOS parallel zu meinen Terminals?

Ja. Viele Betriebe nutzen es als Ergänzung: Terminals für den regulären Betrieb, SoftPOS für Spitzen, Außeneinsätze und Vertretungsfälle. Die Umsätze laufen in dieselbe Abrechnung, sofern beides über denselben Vertrag läuft.

Was passiert, wenn das Telefon kaputtgeht oder verloren geht?

Der Zugang wird gesperrt und auf einem anderen freigegebenen Gerät neu eingerichtet. Weil keine Kartendaten auf dem Gerät liegen, ist der Verlust ein organisatorisches, kein Sicherheitsproblem. Melden Sie den Verlust trotzdem umgehend, damit der Zugang deaktiviert wird.

Reden wir bei Ihnen im Betrieb.

Terminal anfragenTerminals ansehen
Terminal anfragen