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Zahlungsart

Apple Pay — was am Terminal wirklich ankommt

Der Kunde hält sein iPhone oder seine Uhr an das Gerät, und die Zahlung ist durch. Für Sie ist das technisch nichts Neues: Am Terminal kommt eine kontaktlose Zahlung der Karte an, die im Wallet hinterlegt ist. Genau daran hängen alle Fragen, die im Alltag auftauchen.

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Keine eigene Zahlungsart, sondern eine Hülle

Beim Hinterlegen einer Karte im Wallet wird nicht die Kartennummer auf dem Gerät gespeichert, sondern ein gerätegebundener Ersatzwert. Dieses Verfahren heißt Tokenisierung. Bei der Zahlung überträgt das Telefon per NFC diesen Ersatzwert zusammen mit einem einmaligen Sicherheitsmerkmal. Das Terminal verarbeitet den Vorgang als kontaktlose Transaktion der zugrunde liegenden Kartenmarke.

Daraus folgt die wichtigste Aussage dieser Seite: Es gibt am Terminal keine „Apple-Pay-Transaktion". Es gibt eine kontaktlose girocard-Zahlung, eine kontaktlose Debit-Mastercard-Zahlung, eine kontaktlose Visa- oder Amex-Zahlung — je nachdem, was im Wallet liegt. Abgerechnet wird entsprechend die Kartenmarke, nicht das Wallet.

Damit erledigt sich auch der verbreitetste Irrtum zum Thema. Viele Händler gehen davon aus, dass Wallet-Zahlungen eine zusätzliche Position auf der Abrechnung erzeugen. Das ist nicht der Fall. Ob eine Zahlung günstig oder teuer ist, entscheidet die Karte dahinter — nicht das Gerät, mit dem sie ausgelöst wurde.

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Der Ablauf an der Kasse

Von außen dauert der Vorgang zwei Sekunden. Was in diesen zwei Sekunden passiert, erklärt die meisten Rückfragen.

01Der Kunde entsperrt und hält auf
Die Freigabe erfolgt am Telefon per Gesichtserkennung, Fingerabdruck oder Code — nicht an Ihrem Gerät. Bei der Uhr genügt ein Doppeldruck auf die Seitentaste.
02Das Terminal liest den Ersatzwert
Übertragen wird nicht die Kartennummer, sondern der gerätegebundene Token. Ihr Gerät sieht die eigentliche Kartennummer nie, was den Vorgang für beide Seiten sicherer macht als eine gesteckte Karte.
03Autorisierung wie immer
Die Anfrage nimmt denselben Weg wie bei einer physischen Karte: über den Netzbetrieb zur Autorisierungsstelle und zur Bank Ihres Kunden. Die Antwort kommt in der Regel in unter einer Sekunde zurück.
04Keine PIN am Terminal
Weil der Karteninhaber bereits am eigenen Gerät geprüft wurde, entfällt die PIN-Eingabe an Ihrem Terminal — auch bei größeren Beträgen. Das beschleunigt den Vorgang spürbar und ist der Hauptgrund für die Beliebtheit des Verfahrens.
05Beleg wie gewohnt
Auf dem Zahlungsbeleg erscheint die zugrunde liegende Kartenmarke. Für Ihren Tagesabschluss ist die Zahlung damit ein Vorgang wie jeder andere.
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Was Apple Pay am Terminal auslöst

Je nachdem, welche Karte im Wallet liegt, kommt bei Ihnen etwas anderes an. Das ist der Kern der Sache und der Grund, warum eine Wallet-Zahlung scheitern kann, obwohl das Terminal kontaktlose Karten annimmt.

Im Wallet hinterlegtWas am Terminal ankommtVoraussetzung auf Ihrer Seite
girocard einer SparkasseKontaktlose girocard-Zahlunggirocard kontaktlos muss freigeschaltet sein
Debit Mastercard oder Visa DebitKontaktlose Debitzahlung des KartensystemsDas jeweilige Debitprodukt muss freigeschaltet sein
Kreditkarte von Visa oder MastercardKontaktlose KreditkartenzahlungKreditkartenakzeptanz muss bestehen
American ExpressKontaktlose Amex-ZahlungAmex-Akzeptanz muss gesondert vereinbart sein
Firmenkarte im WalletKontaktlose FirmenkartenzahlungKategorie fällt nicht unter die EU-Deckelung

Die Zahlung ist immer nur so gut freigeschaltet wie die Karte dahinter. Ein Wallet erweitert Ihre Akzeptanz nicht, es nutzt sie.

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Die girocard-Falle

Kunden der Sparkassen können ihre girocard-basierte Karte in Apple Pay hinterlegen. Die Sparkasse weist dabei selbst auf eine Einschränkung hin, die im Handel regelmäßig für Ärger sorgt: Bei der digitalen Karte kann es sein, dass ausschließlich das girocard-Verfahren unterstützt wird. Der Händler muss dann auch die kontaktlose girocard-Zahlung akzeptieren, sonst geht gar nichts.

Genau hier scheitern ältere Terminals. Geräte, die kontaktlose Kreditkartenzahlungen annehmen, aber girocard nur kontaktbehaftet beherrschen, lehnen die Zahlung ab. Der Kunde erlebt das als Fehler — er hält ein modernes Telefon an ein Terminal mit Kontaktlos-Zeichen und wird zurückgewiesen. Erklären lässt sich das an der Kasse kaum, und in der Auswertung taucht der Vorgang nie auf.

Der Test dauert zwei Minuten: eine digitale girocard an das Gerät halten. Funktioniert sie, ist alles in Ordnung. Funktioniert sie nicht, ist die Ursache in aller Regel nicht das Telefon, sondern die Gerätegeneration oder die Freischaltung. Wir sehen uns das im Rahmen einer Bestandsaufnahme an, unabhängig davon, bei wem Ihr Vertrag liegt.

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PIN, Limits und Biometrie

Bei kontaktlosen Zahlungen mit der physischen Karte greifen europäische Vorgaben zur Prüfung des Karteninhabers: In Deutschland liegt die Grenze je Vorgang bei 50 Euro, und spätestens nach fünf aufeinanderfolgenden Zahlungen oder einer kumulierten Summe von 150 Euro wird die PIN verlangt. Das ist keine Einstellung Ihres Terminals, sondern Vorgabe der Delegierten Verordnung (EU) 2018/389.

Bei einer Wallet-Zahlung greifen diese Schwellen praktisch nicht, weil die Karteninhaberprüfung bereits stattgefunden hat — durch Gesichtserkennung, Fingerabdruck oder Gerätecode. Die starke Kundenauthentifizierung ist damit erfüllt, bevor das Terminal überhaupt beteiligt ist. Deshalb kann ein Kunde per Telefon auch dreistellige Beträge ohne PIN-Eingabe an Ihrem Gerät bezahlen.

Für den Alltag ist das ein Vorteil, der oft übersehen wird: Wallet-Zahlungen sind schneller, weil kein Tastenfeld gebraucht wird, und sie erzeugen keine der typischen Verzögerungen, wenn ein Kunde seine PIN nicht parat hat. In Betrieben mit Schlange am Tresen ist das kein Nebeneffekt, sondern der eigentliche Gewinn.

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Was Sie dafür brauchen

Die Anforderungen sind überschaubar — und genau deshalb ärgerlich, wenn eine fehlt.

01Ein Terminal mit NFC
Bei aktuellen Geräten der Regelfall. Entscheidend ist nicht, ob kontaktlos grundsätzlich geht, sondern für welche Verfahren es freigeschaltet ist.
02Kontaktlose girocard
Der wichtigste Punkt in Deutschland, weil ein erheblicher Teil der Wallet-Nutzer eine girocard-basierte Karte hinterlegt hat.
03Die üblichen Kartenverfahren
Debit- und Kreditkarten von Mastercard und Visa. Was Sie ohnehin akzeptieren, funktioniert auch aus dem Wallet.
04Ein aktueller Gerätestand
Terminals müssen dem geltenden technischen Regelwerk der deutschen Kreditwirtschaft entsprechen. Ältere Gerätegenerationen haben bei der letzten Umstellung ihre kontaktlose Funktion eingebüßt.
05Kein separater Vertrag
Für das Wallet selbst schließen Sie nichts ab. Maßgeblich sind die Vereinbarungen zu den Kartenverfahren, die dahinterliegen.
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Häufige Fragen zu Apple Pay

Muss ich Apple Pay gesondert freischalten lassen?

Nein. Wenn Ihr Terminal die zugrunde liegenden Kartenverfahren kontaktlos akzeptiert, funktionieren Wallet-Zahlungen ohne weiteres Zutun. Was Sie prüfen sollten, ist die Vollständigkeit dieser Freischaltungen — insbesondere bei girocard kontaktlos.

Sehe ich, dass ein Kunde mit Apple Pay bezahlt hat?

Auf dem Beleg steht die Kartenmarke, über die die Zahlung gelaufen ist. Eine eigenständige Kennzeichnung als Wallet-Zahlung ist für Ihre Abrechnung nicht entscheidend, weil sich daran weder Ablauf noch Konditionen ändern. Für die Auswertung zählt die Kartenkategorie, nicht das Gerät.

Ist eine Wallet-Zahlung sicherer als eine Kartenzahlung?

In einem Punkt eindeutig: Die eigentliche Kartennummer wird nicht übertragen, sondern ein gerätegebundener Ersatzwert mit einmaligem Sicherheitsmerkmal. Zusätzlich hat der Karteninhaber sich vor der Zahlung am eigenen Gerät ausgewiesen. Für Sie bedeutet das einen sauber authentifizierten Vorgang.

Warum verlangt mein Terminal bei Apple Pay keine PIN?

Weil die Prüfung des Karteninhabers bereits am Telefon stattgefunden hat. Die europäisch vorgeschriebene starke Authentifizierung ist damit erfüllt, bevor die Zahlung Ihr Gerät erreicht. Das ist korrekt so und kein Sicherheitsmangel.

Kann ich Apple Pay ablehnen und nur Karten annehmen?

Technisch ließe sich kontaktlose Zahlung abschalten, praktisch wäre das ein Rückschritt: Sie würden damit auch alle kontaktlosen Kartenzahlungen verlieren, die inzwischen den Normalfall bilden. Da Wallet-Zahlungen dieselben Konditionen haben wie die Karte dahinter, gibt es dafür auch keinen wirtschaftlichen Grund.

Funktioniert die Apple Watch genauso?

Ja. Die Uhr trägt einen eigenen Ersatzwert und wird durch Doppeldruck auf die Seitentaste freigegeben. Am Terminal kommt dasselbe an wie beim Telefon. Ein praktischer Hinweis für das Team: Manche Kunden halten die Uhr zu kurz oder im falschen Winkel auf — ein Satz an der Kasse löst das schneller als jede Fehlersuche am Gerät.

Reden wir bei Ihnen im Betrieb.

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