Was die Terminal-ID ist
Die Terminal-ID, kurz TID, ist die eindeutige Kennung eines Kartenterminals. Sie ist nicht die Seriennummer des Geräts und nicht Ihre Kundennummer, sondern die Adresse, unter der Ihr Terminal im Zahlungsverkehr geführt wird. An ihr hängen die Stammdaten: Firmierung, Standort, Belegtext, das Konto für die Gutschriften und die Zuordnung Ihrer Umsätze.
Genau deshalb ist sie die erste Frage bei jeder Rückmeldung. Ein Betrieb mit drei Kassenplätzen hat drei Kennungen; welche davon betroffen ist, entscheidet, welche Umsätze, welcher Standort und welche Konfiguration gemeint sind. Ohne diese Angabe beginnt jede Klärung mit Suchen.
Praktischer Tipp, der später Zeit spart: Notieren Sie die Kennungen einmal sauber zusammen mit dem jeweiligen Kassenplatz und hängen Sie die Liste dorthin, wo im Zweifelsfall telefoniert wird. Im Ordner im Büro nützt sie niemandem, wenn vorn Kunden warten.
Wo Sie die Nummer finden
Vier Orte, an denen die Kennung in aller Regel steht. Der erste ist der schnellste, weil Sie dafür nichts umdrehen und nichts suchen müssen.
- 01Auf dem Beleg
- Händler- und Kundenbelege führen die Kennung üblicherweise im Kopf oder Fuß, zusammen mit Datum, Uhrzeit und Betrag. Wenn Sie also ohnehin einen Beleg zum Vorgang haben, brauchen Sie nirgends nachzusehen — die Nummer steht schon darauf.
- 02Am Gerät selbst
- In der Praxis ist die Kennung auf einem Aufkleber an der Geräteunterseite angebracht. Diese Angabe stammt aus dem Fachhandel und nicht aus einem Regelwerk der Kreditwirtschaft — die Platzierung kann also je nach Anbieter und Modell abweichen.
- 03Im Tagesabschluss
- Der Abschlussbeleg weist die Kennung ebenfalls aus. Er ist der beste Ort, wenn Sie die Nummer für die Buchhaltung oder für eine Rückfrage zur Abrechnung brauchen, weil dort zugleich der abgeschlossene Umsatz steht.
- 04In den Vertragsunterlagen und im Portal
- Bei der Aufschaltung wird die Kennung vergeben und dokumentiert. Wer mehrere Geräte betreibt, findet die vollständige Zuordnung dort — und sollte sie beim Austausch eines Geräts aktualisieren.
Was die ersten Ziffern verraten
In Deutschland werden die Nummernkreise zentral zugeteilt. Die ersten Stellen der Kennung geben an, in welchem Netzbetrieb ein Terminal geführt wird. Für die beteiligten Systempartner existiert dafür eine Zuordnungsliste im Netzbetreiberbereich des girocard-Systems.
Für Österreich gilt das so nicht: Dort gibt es die girocard nicht und damit auch keine vergleichbare Rollenteilung zwischen Netzbetrieb und Akzeptanz. Eine öffentliche Zuordnung von Kennung zu Anbieter ist uns für den österreichischen Markt nicht bekannt — Auskunft gibt dort der Anbieter, mit dem Sie Ihren Akzeptanzvertrag geschlossen haben.
Für Sie heißt das im Kern: Wenn Sie nicht mehr genau wissen, wer Ihr Terminal eigentlich betreut — was nach Firmenübernahmen, Fusionen und Vertriebswechseln häufiger vorkommt, als man denkt —, ist die Kennung der zuverlässigste Anhaltspunkt. Zuverlässiger jedenfalls als der Name auf einer alten Rechnung.
Wir stellen hier bewusst kein Nachschlagewerkzeug bereit. Die Zuordnungsliste ist nicht öffentlich abrufbar, und eine aus dem Netz zusammengesuchte Liste wäre schlicht geraten. Wenn Sie wissen wollen, wo Ihr Gerät läuft, nennen Sie uns die Kennung — dann sagen wir Ihnen, was wir belastbar dazu sagen können, und was nicht.
Wann Sie die Kennung brauchen
| Situation | Warum die Kennung nötig ist | Was Sie zusätzlich bereithalten |
|---|---|---|
| Störungsmeldung | Ordnet Gerät, Standort und Konfiguration eindeutig zu | Wortlaut der Displaymeldung, Art der Anbindung |
| Strittige Buchung | Verbindet den Beleg mit dem protokollierten Vorgang | Beleg mit Datum, Uhrzeit, Betrag und Kartenmarke |
| Frage zur Abrechnung | Weist die Umsätze dem richtigen Gerät und Standort zu | Abrechnungsmonat und die betroffene Position |
| Standortwechsel | Adresse und Belegtext hängen an der Kennung | Neue Anschrift und der geplante Umzugstermin |
| Inhaberwechsel | Die Stammdaten müssen auf den neuen Inhaber übergehen | Schriftliche Erklärung der Beteiligten und Nachweise zum Betrieb |
| Anbieterwechsel | Grundlage der Bestandsaufnahme: welche Geräte laufen wo | Modellbezeichnungen und die bestehenden Vertragsunterlagen |
Standortwechsel, Inhaberwechsel, Anbieterwechsel
Beim Standortwechsel geht es nicht um das Gerät, sondern um die Daten dahinter. Adresse und Belegtext sind an der Kennung hinterlegt und müssen angepasst werden, sonst steht auf den Belegen nach dem Umzug wochenlang die alte Anschrift. Melden Sie den Wechsel deshalb vorher, nicht am Umzugstag. Prüfen Sie gleichzeitig die Netzsituation am neuen Ort — Netzwerkdose, WLAN oder Mobilfunkempfang.
Beim Inhaberwechsel reicht es nicht, das Gerät zu übergeben. Weil an der Kennung die Daten des bisherigen Betriebs hängen, einschließlich des Kontos für die Gutschriften, ist eine schriftliche Übertragung erforderlich. Wer eine Gaststätte oder einen Laden übernimmt und einfach weiterkassiert, kassiert unter Umständen auf ein fremdes Konto — ein Fall, der öfter vorkommt, als es sein müsste.
Beim Anbieterwechsel schließlich wandert die Kennung nicht mit. Das Gerät wird im neuen Betrieb neu aufgeschaltet und erhält dabei eine entsprechende neue Kennung. Deshalb ist ein kurzer Parallelbetrieb der einfachste Weg: Sie kassieren weiter, während das neue Setup vorbereitet wird, und schalten erst um, wenn ein Testvorgang sauber durchgelaufen ist.
Vorsicht bei Anrufen, die nach Ihrer Kennung fragen
Die Terminal-ID ist keine geheime Nummer — sie steht auf jedem Beleg, den Ihre Kunden mitnehmen. Sie ist aber ein hervorragender Türöffner für unseriöse Anrufe: Wer sie nennt, klingt zuständig. Aus "Wir haben eine Störung an Ihrem Terminal mit der Nummer …" wird schnell die Bitte um Bankverbindung, Vertragsdaten oder eine Unterschrift auf einem Tablet an der Tür.
Halten Sie es deshalb umgekehrt: Nicht Sie weisen sich gegenüber dem Anrufer aus, sondern der Anrufer gegenüber Ihnen. Lassen Sie sich Namen und Anliegen geben, beenden Sie das Gespräch und rufen Sie über die Nummer aus Ihrer aktuellen Vertragsunterlage zurück. Bei Vertreterbesuchen gilt dasselbe mit Ausweis. Seriöse Anbieter haben damit nie ein Problem.
Geben Sie am Telefon grundsätzlich keine Bankverbindungen, Zugangsdaten oder Kartendaten heraus und unterschreiben Sie nichts an der Tür, was Sie nicht vorher in Ruhe gelesen haben. Für einen echten Servicefall braucht es nichts davon — dort genügen Kennung, Beleg und die Beschreibung des Problems.
Häufige Fragen zur Terminal-ID
Ist die Terminal-ID dasselbe wie die Seriennummer?
Nein. Die Seriennummer identifiziert das Gerät als Hardware und wird vom Hersteller vergeben. Die Terminal-ID identifiziert den Zahlungsanschluss und wird bei der Aufschaltung vergeben. Beim Gerätetausch bleibt die Zuordnung Ihrer Umsätze an der Kennung hängen, nicht am Gehäuse.
Habe ich bei zwei Geräten zwei Kennungen?
Ja. Jedes betriebene Terminal wird eigenständig geführt. Das ist auch der Grund, warum Auswertungen je Gerät möglich sind — praktisch, wenn Sie wissen wollen, welcher Kassenplatz welchen Umsatz macht.
Ich finde die Nummer nirgends. Was jetzt?
Machen Sie einen Tagesabschluss oder drucken Sie einen beliebigen Beleg nach — dort steht sie in aller Regel. Führt das nicht weiter, genügt uns die Modellbezeichnung zusammen mit Ihrem Betriebsnamen, um den Anschluss zu finden.
Ändert sich die Kennung beim Softwareupdate?
Nein. Updates ändern die Software des Geräts, nicht seine Zuordnung. Neu vergeben wird eine Kennung, wenn ein Anschluss neu aufgeschaltet wird — etwa beim Anbieterwechsel oder bei einer Neueinrichtung.
Verrät die Kennung Dritten etwas über meinen Betrieb?
Für Außenstehende ist sie eine Zahl. Die zugehörigen Stammdaten liegen bei den beteiligten Zahlungsdienstleistern und unterliegen dem Datenschutz. Der praktische Schutz liegt deshalb nicht in der Geheimhaltung der Nummer, sondern darin, dass niemand auf Zuruf Vertragsdaten ändert.