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Zahlungsart

Kauf auf Rechnung und Ratenkauf — die deutsche Lieblingszahlart

In kaum einem europäischen Markt hängt die Abschlussquote so sehr an einer einzigen Zahlart wie in Deutschland am Kauf auf Rechnung. Ein großer Netzbetreiber nennt sie wörtlich die beliebteste Zahlart. Diese Seite erklärt die Varianten, die Kostenlogik und die Fallen.

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Warum ausgerechnet die Rechnung

Der Kauf auf Rechnung ist im deutschsprachigen Raum keine Zahlart wie jede andere. Er ist eine Vertrauensfrage: Der Kunde bekommt die Ware, prüft sie in Ruhe und bezahlt danach. Wer in einer beratungsintensiven Kategorie verkauft — Möbel, Mode, Elektronik, Fahrrad —, merkt das unmittelbar an der Abbruchquote im Checkout, wenn diese Zahlart fehlt.

Wie ernst der Markt das nimmt, zeigt die Sprache der Anbieter selbst: VR Payment bezeichnet den Kauf auf Rechnung auf der eigenen Produktseite wörtlich als „die beliebteste Zahlart". Das ist bemerkenswert, weil es sich dabei um einen Netzbetreiber handelt, dessen Kerngeschäft die Kartenzahlung ist — und nicht um einen Anbieter, der gerade Rechnungskauf verkaufen will.

Der Preis für diese Beliebtheit steht auf der anderen Seite der Bilanz. Sie liefern in Vorleistung. Ob Sie Ihr Geld sehen, entscheidet sich Wochen später — es sei denn, Sie geben dieses Risiko ab. Genau darum dreht sich alles Weitere.

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Gesichert oder ungesichert — die einzige Frage, die wirklich zählt

Beim ungesicherten Rechnungskauf stellen Sie die Rechnung selbst, tragen das Ausfallrisiko selbst und mahnen im Zweifel selbst. Das kostet Sie keine Gebühr und ist so lange unproblematisch, wie Ihre Kundschaft zahlt. In einem Fachgeschäft mit Stammkundschaft kann das jahrelang gutgehen. Im offenen Onlinehandel geht es das erfahrungsgemäß nicht.

Beim gesicherten Rechnungskauf tritt ein Anbieter dazwischen. Er prüft die Bonität des Kunden im Moment der Bestellung, übernimmt bei Zusage die Forderung und zahlt Ihnen den Betrag aus — unabhängig davon, ob der Kunde später zahlt. Das Mahnwesen und im Zweifel das Inkasso liegen dann bei ihm. Anbieter wie Unzer beschreiben genau das als ihre Leistung: Sie tragen das Risiko und führen Risikoprüfung und Forderungsmanagement im eigenen Haus.

Zwischen beiden Welten liegt betriebswirtschaftlich ein Abgrund. Der gesicherte Rechnungskauf kostet einen prozentualen Satz, der über dem einer Kartenzahlung liegt — und er ist trotzdem oft die günstigere Variante, weil ein einziger Totalausfall den Deckungsbeitrag vieler Bestellungen frisst. Rechnen Sie das mit Ihrer eigenen Ausfallquote durch, nicht mit einer Faustregel.

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Die Varianten, die Ihnen im Angebot begegnen

Die Anbieter benennen dasselbe unterschiedlich. Diese Bausteine finden Sie in fast jedem Produktbaukasten wieder — Klarna etwa führt genau diese Staffelung.

VarianteWas der Kunde bekommtWas das für Sie bedeutet
SofortzahlungEr zahlt direkt, nur über die Oberfläche des AnbietersKein Zahlungsziel, kein Ausfallrisiko — der Anbieter liefert hier vor allem den vertrauten Bezahlvorgang
Kauf auf Rechnung mit ZahlungszielIn der Regel 30 Tage Zeit, Ware zuerstDie klassische Variante mit der stärksten Wirkung auf die Abschlussquote
Ratenzahlung in drei oder vier RatenAufteilung des Betrags ohne klassische FinanzierungHebt den durchschnittlichen Warenkorb, vor allem bei mittleren Beträgen
Längerfristige FinanzierungEin eigener Finanzierungsvertrag mit dem AnbieterRelevant bei hochpreisiger Ware; Ihr Prozess bei Retouren muss dazu passen
Lastschrift als BNPL-VarianteEinzug zu einem späteren ZeitpunktWird von einzelnen Anbietern für Deutschland und Österreich als eigenes Produkt geführt
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Was im Checkout tatsächlich passiert

Wählt der Kunde den Rechnungskauf, läuft im Hintergrund eine Prüfung ab, bevor die Zahlart bestätigt wird. Dafür braucht der Anbieter Angaben zur Person — üblicherweise Name, Anschrift, E-Mail-Adresse, Telefonnummer und Geburtsdatum. Das Ergebnis kommt in Sekunden und lautet Zusage oder Absage.

Eine Absage ist der Moment, in dem viele Shops Umsatz verlieren, ohne es zu merken: Wenn die Oberfläche dann nur eine Fehlermeldung zeigt, bricht der Kunde ab. Ein sauber eingerichteter Checkout bietet stattdessen unmittelbar eine Alternative an — Karte, Lastschrift oder Vorkasse. Das ist keine Kleinigkeit der Gestaltung, sondern ein messbarer Teil Ihrer Abschlussquote.

Für Sie sichtbar wird die Zahlung als Auszahlung des Anbieters, nicht als Zahlungseingang des Kunden. Das muss Ihre Buchhaltung wissen, bevor die erste Abrechnung kommt — sonst suchen Sie Beträge, die es unter dem erwarteten Namen nie gab.

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Veröffentlichte Marktpreise als Anhaltspunkt

Die meisten Anbieter nennen für Rechnungs- und Ratenkauf keine Preise. Einige tun es. Die folgenden Angaben stammen aus öffentlich einsehbaren Preislisten und geben Ihnen eine Größenordnung, gegen die Sie ein Angebot halten können.

Anbieter und ProduktVeröffentlichter PreisEinordnung
Mollie, Klarna (DE, AT, CH)2,99 % + 0,35 EUREiner der wenigen Anbieter mit offener Preisliste — deshalb als Maßstab brauchbar
Mollie, Riverty (DE, AT)2,99 % + 0,35 EURGleiche Größenordnung, anderer Anbieter im Hintergrund
Mollie, Billie (DE, AT)3,49 % + 0,35 EURAuf Geschäftskunden ausgerichtet, entsprechend höher angesetzt
PAYONE, gesicherter Rechnungskaufab 0,49 EUR je Zahlung zzgl. ab 2,49 % DisagioZwei Stellschrauben, beide mit „ab" — der tatsächliche Satz wird verhandelt
secupay, Rechnungskauf je nach Paket1,95 % / 1,45 % / 0,95 %Der Satz sinkt mit steigender monatlicher Servicepauschale — ein Modell, das erst ab einem bestimmten Volumen aufgeht
Adyen, Klarna0,11 EUR + 0,99–4,99 % zzgl. Fixbetrag, je nach RegionDie Spanne zeigt, wie stark der Preis von der Konstellation abhängt

Alle Angaben stammen aus den öffentlich zugänglichen Preisseiten der genannten Anbieter zum Erhebungsstand August 2026 und dienen ausschließlich der Einordnung. Es sind nicht unsere Konditionen — was für Ihren Betrieb gilt, hängt von Sortiment, Bonhöhe und Volumen ab und wird im Gespräch besprochen.

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Die Posten, die nicht oben auf dem Preisblatt stehen

Der Prozentsatz ist beim Rechnungskauf selten die ganze Rechnung. Der erste Posten, den man übersieht, ist die Absicherung selbst: Bei secupay etwa ist die Zahlungsgarantie für Lastschrift und Rechnungskauf eine Zusatzoption mit 1,00 Prozent — der in der Tabelle genannte Grundpreis enthält sie also nicht. Wer Angebote vergleicht, muss zuerst klären, ob im genannten Satz die Risikoübernahme schon drin ist.

Der zweite Posten ist die Stornierung. Derselbe Anbieter berechnet 0,80 Euro für jede stornierte Transaktion, die nicht ausgezahlt wurde — mit der ausdrücklichen Begründung, dass die Kosten der Bonitätsprüfung trotzdem angefallen sind. Das ist sachlich nachvollziehbar und für einen Shop mit hoher Retourenquote trotzdem ein spürbarer Betrag, der in keinem Werbeversprechen auftaucht.

Der dritte Punkt betrifft Zahlarten, die nur scheinbar mitgeliefert werden: Bei American Express und PayPal verlangen mehrere Anbieter einen Direktvertrag mit dem jeweiligen Unternehmen und stellen selbst nur die Einreichung in Rechnung. Fragen Sie bei jedem Angebot nach, welche Zahlart einen eigenen Vertrag voraussetzt. Die Antwort verändert die Gesamtrechnung mehr als ein Zehntelprozentpunkt im Disagio.

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Rechnungs- und Ratenkauf am Ladentisch

Der Kauf auf Rechnung ist längst kein reines Onlinethema mehr. Klarna Instore ist in Deutschland und Österreich seit dem 15. August 2019 verfügbar, und der Ablauf ist bewusst einfach gehalten: Das Kassenpersonal schickt dem Kunden aus der Händler-App oder aus dem Kassensystem einen Zahlungslink — per E-Mail, QR-Code oder SMS. Der Kunde wählt darin Rechnungs- oder Ratenkauf, gibt seine Daten ein, fertig. Eine App muss er nicht installieren; er muss volljährig sein und ein Smartphone haben.

Wichtig für die Einordnung: Dieser Weg läuft neben Ihrem Terminal, nicht darüber. Es ist kein Vorgang, der auf Ihrer Terminalabrechnung erscheint, und er braucht am Tresen Zeit. Für ein Möbelhaus oder ein Fahrradgeschäft ist das kein Problem — für eine Bäckerei mit Schlange ist es keine sinnvolle Zahlart.

Daneben gibt es Bewegung in Richtung Kasse: Unzer hat Raten- und Rechnungskauf ausdrücklich an die stationäre Kasse gebracht. Wenn Ihnen jemand BNPL am Point of Sale anbietet, ist die entscheidende Frage deshalb immer dieselbe — läuft es über das Terminal und die gewohnte Abrechnung, oder ist es ein zweiter Prozess mit zweiter Abrechnung, den Ihr Team zusätzlich lernen muss?

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Für wen sich das rechnet — und für wen nicht

Die Antwort hängt an drei Größen: Warenkorbhöhe, Retourenquote und daran, wie gut Sie Ihre Kundschaft kennen.

01Beratungsintensive Ware mit hohem Warenkorb
Möbel, Elektronik, Fahrräder, hochwertige Mode. Hier entscheidet die Zahlart regelmäßig über den Abschluss, und der prozentuale Satz relativiert sich an der Marge. Der klarste Anwendungsfall überhaupt.
02Onlineshops mit anonymer Kundschaft
Ohne Absicherung ist der Rechnungskauf hier ein kalkulierter Verlust. Mit Absicherung ist er eines der stärksten Instrumente für die Abschlussquote. Ein Mittelweg existiert praktisch nicht.
03Sortimente mit sehr hoher Retourenquote
Prüfen Sie hier zuerst die Stornokonditionen. Wenn jede stornierte Transaktion eine Gebühr auslöst, weil die Prüfung schon gelaufen ist, verschiebt sich die Rechnung deutlich — bei Mode mit Auswahlbestellungen mehr als bei Möbeln.
04Alltagsgeschäft mit kleinen Beträgen
Bei Bons im einstelligen Bereich ist der Rechnungskauf weder gewünscht noch wirtschaftlich. Hier tragen girocard und Kontaktlos-Zahlungen den Umsatz, und jede Sekunde am Tresen zählt mehr als jede zusätzliche Zahlungsoption.
05Geschäft zwischen Unternehmen
Im B2B-Handel ist der Rechnungskauf ohnehin der Normalfall — dort geht es weniger um die Abschlussquote als um Zahlungsziele und Absicherung. Einzelne Anbieter haben für diesen Fall eigene Produkte, die entsprechend anders bepreist sind.
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Häufige Fragen zum Kauf auf Rechnung

Bekomme ich mein Geld auch, wenn der Kunde nicht zahlt?

Nur beim gesicherten Rechnungskauf. Dort übernimmt der Anbieter die Forderung nach erfolgreicher Prüfung und zahlt Ihnen aus, unabhängig vom Verhalten des Kunden. Beim ungesicherten Rechnungskauf tragen Sie das Risiko vollständig selbst. Prüfen Sie in jedem Angebot, welche der beiden Varianten gemeint ist.

Was kostet Rechnungskauf im Vergleich zur Kartenzahlung?

Deutlich mehr im Prozentsatz. Veröffentlichte Preislisten liegen bei rund drei Prozent zuzüglich eines Festbetrags, während europäische Verbraucherkarten erheblich darunter liegen. Der Vergleich greift aber zu kurz: Beim Rechnungskauf kaufen Sie eine Absicherung mit ein und gewinnen Abschlüsse, die sonst nicht zustande kämen.

Muss ich eine Bonitätsprüfung selbst durchführen?

Nein, das übernimmt der Anbieter im Checkout. Für Sie sichtbar ist nur das Ergebnis. Wichtig ist, dass Ihr Shop bei einer Absage sofort eine Alternative anbietet — sonst verlieren Sie den Kunden an genau der Stelle, an der er kaufen wollte.

Kann ich Rechnungskauf auch im Laden anbieten?

Ja. Klarna Instore läuft seit August 2019 in Deutschland und Österreich über einen Zahlungslink per QR-Code, SMS oder E-Mail, und einzelne Anbieter haben Raten- und Rechnungskauf inzwischen an die stationäre Kasse gebracht. Beachten Sie, dass der Vorgang länger dauert als eine Kartenzahlung und nicht über Ihre Terminalabrechnung läuft.

Darf ich für den Rechnungskauf einen Aufschlag verlangen?

Das Entgeltverbot des § 270a BGB betrifft Zahlungskarten, SEPA-Lastschrift und SEPA-Überweisung. Der Kauf auf Rechnung ist keine dieser Kategorien, und für Finanzierungsangebote gelten zusätzlich eigene Regeln, insbesondere zur Preisangabe. Lassen Sie eine geplante Gebühr deshalb vorab prüfen. Diese Einordnung ersetzt keine Rechtsberatung; Rechtsstand August 2026.

Was passiert bei einer Retoure?

Die Rückabwicklung läuft über den Anbieter, nicht an ihm vorbei. Achten Sie auf zwei Punkte: ob und wann Gebühren für stornierte Transaktionen anfallen — mindestens ein Anbieter berechnet dafür 0,80 Euro, weil die Prüfung schon stattgefunden hat — und ob Teilretouren sauber unterstützt werden. Bei Sortimenten mit Auswahlbestellungen entscheidet der zweite Punkt über den Alltag.

Reden wir bei Ihnen im Betrieb.

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