SENZA.Terminal anfragen
Terminal anfragen

Ablauf

So werden Sie Akzeptanzstelle

Zwischen dem Entschluss, Karten anzunehmen, und der ersten Gutschrift auf Ihrem Konto liegen mehrere Verträge, eine gesetzlich vorgeschriebene Prüfung und eine technische Aufschaltung. Diese Seite beschreibt den Weg der Reihe nach, nennt die Fristen, die danach für Sie gelten, und zeigt, wie lange der Markt für denselben Vorgang braucht.

01

Was „Akzeptanzstelle" überhaupt bedeutet

Der Begriff klingt nach einem Titel, den jemand verleiht. Tatsächlich beschreibt er einen Zustand: Ihr Betrieb nimmt am girocard-System der Deutschen Kreditwirtschaft teil und hat Verträge, die es ihm erlauben, Kartenumsätze anzunehmen und gutgeschrieben zu bekommen. Wer diesen Zustand erreichen will, unterschreibt nicht einen Vertrag, sondern tritt in mehrere Rechtsverhältnisse gleichzeitig ein.

Bei der girocard ist die Konstruktion anders, als die meisten vermuten. Es gibt dort keinen klassischen Acquirer. Die Zahlungsgarantie gibt der kartenausgebende Zahlungsdienstleister ab — also die Bank Ihres Kunden — und ihr schulden Sie auch das Entgelt. Bei Visa und Mastercard gilt dagegen das klassische Vier-Parteien-Modell mit Acquirer, Issuer, Kartensystem und Interbankenentgelt. Das ist der Grund, warum später Rechnungen aus mehreren Richtungen kommen.

Für den Ablauf heißt das: Ein einzelner Anbieter kann Ihnen den Weg abnehmen, aber nicht ersetzen. Er bündelt, was sonst einzeln zu verhandeln wäre. Genau das ist die Hauptleistung eines Netzbetreibers — und sie steht selten auf einer Website.

02

Der Weg in sechs Schritten

Die Reihenfolge ist bei allen Anbietern im Kern dieselbe. Unterschiede gibt es bei der Dauer, bei der Zahl der Rückfragen und daran, wie viel davon Sie selbst tun müssen.

011. Bedarf klären
Bauform des Terminals, Anschlussart, Kassenanbindung, erwarteter Umsatz und durchschnittlicher Bonwert. Der Bonwert entscheidet stärker über Ihren tatsächlichen Preis als der beworbene Prozentsatz, weil das feste Transaktionsentgelt bei kleinen Beträgen dominiert.
022. Angebot und Vertragsabschluss
Hier fallen die Entscheidungen, die am längsten binden: Laufzeit, Kündigungsfrist, Miete oder Kauf, Servicepaket. Alles Weitere lässt sich später noch ändern, diese Punkte in der Regel nicht.
033. Unterlagen und Prüfung
Identifizierung der vertretungsberechtigten Personen, Registerauszug, Bankverbindung, Selbstauskunft. Diese Prüfung ist keine Formalie des Anbieters, sondern eine gesetzliche Pflicht des lizenzierten Acquirers — und der Schritt, an dem am häufigsten Zeit verloren geht.
044. Aufschaltung
Ihr Gerät bekommt eine Terminal-ID, wird konfiguriert und über ein festgelegtes Verfahren mit kryptographischen Schlüsseln versorgt. Erst danach ist es überhaupt zahlungsfähig. Diesen Teil erledigt der Netzbetreiber.
055. Lieferung, Testkauf, Einweisung
Aufstellen, gegebenenfalls an die Kasse anbinden, eine echte Zahlung durchführen und anschließend stornieren. So sehen Sie in einem Durchgang, ob Zahlung, Beleg und Storno sauber laufen.
066. Laufender Betrieb
Tagesabschluss, Einreichung der Umsätze, Aufbewahrung des Händlerjournals, Reaktion auf Reklamationsanfragen. Ab hier gelten Fristen, die in den Händlerbedingungen stehen und die kaum ein Anbieter vorher zeigt.
03

Sie schließen mehr als einen Vertrag

Der Netzbetreibervertrag regelt den Anschluss ans Betreibernetz, die Terminalbetreuung und den Service. Die Entgeltvereinbarung für die girocard besteht dagegen gegenüber jedem kartenausgebenden Zahlungsdienstleister — praktisch wird sie über den Netzbetreiber gebündelt vermittelt, weil sonst mit hunderten Banken einzeln zu verhandeln wäre. Für Kreditkarten kommt ein Akzeptanzvertrag mit einem Acquirer hinzu, für die Einreichung der girocard-Umsätze eine Vereinbarung mit einem Inkasso-Zahlungsdienstleister, und für die Hardware ein Miet-, Kauf- oder Leasingvertrag.

Die vollständige Vertragslandschaft mit allen Vertragspartnern und dem, was jeder davon regelt, steht in der Erklärseite zum Netzbetrieb. Für diese Seite genügt der praktische Schluss: Wenn später mehrere Rechnungen kommen, ist das kein Fehler, sondern die Struktur des Systems.

04

Wie lange der Markt dafür braucht

Anbieter sprechen gern von „schnell". Die folgenden Angaben sind das, was sie selbst öffentlich zusagen — erhoben im Rahmen unserer Marktrecherche.

AnbieterÖffentliche ZusageWas dabei zu beachten ist
PAYONEneun Arbeitstage OnboardingGilt laut eigener FAQ ausdrücklich für das E-Commerce-Onboarding, nicht für die Aufschaltung eines Kartenterminals. Voraussetzung: vollständige Unterlagen.
Nexi„in 48 Stunden startklar", an anderer Stelle 24 StundenBeide Angaben stehen auf Seiten desselben Anbieters. Der Versand des Terminals wird zusätzlich mit zwei bis drei Werktagen angegeben.
secupayOvernight-Lieferung bei Bestelleingang bis 14:00 UhrBezieht sich auf die Lieferung einsatzfähiger Terminals, nicht auf die vorgelagerte Vertrags- und Unterlagenprüfung.
REA CardStandardversand ein bis zwei Werktage, Express ein WerktagExpress- und Samstagszustellung sind laut AGB nicht von der Wartungspauschale gedeckt; im Störfall ist der schnelle Versand kostenpflichtig.
ZettleLieferzeit ca. ein bis zwei WerktageLiefergebühren fallen an. Payment-Facilitator-Modell — der Ablauf dahinter ist ein anderer als beim klassischen Netzbetrieb.

Alle Angaben sind Selbstauskünfte der jeweiligen Anbieter, erhoben zum Stand 1. August 2026. Vergleichbar sind sie nur eingeschränkt, weil die einen die Vertragsprüfung meinen und die anderen den Paketversand. Fragen Sie deshalb immer nach beidem getrennt: Wie lange dauert die Freischaltung, und wie lange der Versand?

05

Die Laufzeit ist der Punkt, an dem es teuer wird

Der Schritt, den man in zehn Minuten erledigt, bindet am längsten. VR Payment hält in Ziffer 11.1 seiner Bedingungen fest: „Vorbehaltlich abweichender Vereinbarung hat die Servicevereinbarung eine Mindestlaufzeit von 48 Monaten ab dem Datum der Freischaltung." TeleCash nennt in der eigenen FAQ denselben Wert, also ebenfalls mindestens 48 Monate. REA Card arbeitet im Terminalvertrag mit 60 Monaten. Verlängert wird jeweils automatisch um zwölf Monate, wenn nicht drei Monate vorher gekündigt wird — bei VR Payment und TeleCash in Schriftform, bei REA Card genügt nach Ziffer 8.1 der AGB die Textform. Der Unterschied ist keine Spitzfindigkeit: Schriftform heißt Unterschrift auf Papier, Textform lässt die E-Mail zu.

Dazu kommen Positionen, die erst im Kleingedruckten auftauchen. REA Card berechnet eine Pauschale, wenn eine Installation aus Gründen des Betriebs verweigert wird, und bei außerordentlicher Kündigung wegen Zahlungsverzugs eine anteilige Restforderung. CCV nennt einen einmaligen „Stabilitätszuschlag" von 27,50 Euro je Terminal — eine Position, deren Name allein erklärt, warum Preisvergleiche in diesem Markt so schwerfallen.

Prüfen Sie deshalb vor der Unterschrift drei Zahlen statt einer: Mindestlaufzeit, Kündigungsfrist und den Tag, ab dem die Laufzeit überhaupt läuft. Bei VR Payment beginnt sie mit der Freischaltung, bei REA Card mit Versand beziehungsweise Installation. Das sind unterschiedliche Tage.

06

Was ab der ersten Zahlung für Sie gilt

Diese Pflichten stehen in den Bedingungen für die Teilnahme am girocard-System der Deutschen Kreditwirtschaft (Händlerbedingungen), Fassung April 2026. Sie gelten unabhängig davon, über welchen Anbieter Sie angeschlossen sind.

ThemaRegelungFundstelle
Zugelassene TerminalsEs dürfen nur Terminals eingesetzt werden, die über eine Zulassung der Deutschen Kreditwirtschaft verfügen. Nicht umgestellte Geräte dürfen nach Fristablauf nicht weiterbetrieben werden.Nr. 7
EinreichungsfristVoraussetzung der Zahlungsgarantie ist unter anderem, dass der Umsatz innerhalb von acht Tagen bei einem Inkasso-Zahlungsdienstleister eingereicht wurde.Nr. 5 und 10
HändlerjournalMindestens 15 Monate aufbewahren.Nr. 11
ReklamationsunterlagenUnverzüglich vorlegen, spätestens binnen zehn Tagen nach Anfrage.Nr. 5
Kontaktlos ohne PINBis 50 Euro je Transaktion möglich. Die Aktivierung der Kontaktlos-Funktion ist ausdrücklich optional.Nr. 2 und 8
CashbackNur zusammen mit einer Zahltransaktion; die Transaktion soll mindestens 20,00 Euro betragen, die Auszahlung höchstens 200,00 Euro, Autorisierung zwingend.Nr. 13
AkzeptanzzeichenHinweispflicht auf die akzeptierten Marken. Einzelne kartenausgebende Zahlungsdienstleister dürfen werblich nicht herausgestellt werden.Nr. 12
FirmenkartenDie Akzeptanzpflicht gilt nicht für Firmenkarten innerhalb des EWR.Nr. 2
Änderung der BedingungenZustimmungsfiktion; Widerspruch binnen sechs Wochen.Nr. 14
Recht und GerichtsstandDeutsches Recht, ausschließlicher Gerichtsstand Berlin.Nr. 15

Quelle: Bedingungen für die Teilnahme am girocard-System der Deutschen Kreditwirtschaft, Fassung April 2026, abgerufen zum Stand 1. August 2026. Die Händlerbedingungen sind Anlage 4 des Zulassungsvertrags für Netzbetreiber.

07

Die Zahlungsgarantie — und wann sie nicht greift

Der stärkste Grund, girocard statt eines reinen Lastschriftverfahrens einzusetzen, steht in Nr. 5 der Händlerbedingungen: Der kartenausgebende Zahlungsdienstleister „gibt mit der positiven Autorisierung des Umsatzes die Erklärung ab, dass er die Forderung in Höhe des am girocard-Terminal autorisierten Betrages begleicht". Das ist eine echte Garantie, kein Serviceversprechen eines Anbieters.

Sie hat allerdings Bedingungen, und genau die verbinden diesen Abschnitt mit dem Rest der Seite. Das Terminal muss gegenüber dem Netzbetreiber zugelassen sein und nach den mit ihm vereinbarten Verfahren betrieben worden sein. Der Umsatz muss fristgerecht eingereicht sein. Und eine Stornierung lässt die Zahlungsverpflichtung entfallen.

Beim elektronischen Lastschriftverfahren gibt es diese Garantie nicht — dort wird die Einzugsermächtigung erfasst und die Forderung später eingezogen, mit dem vollen Rücklastschriftrisiko beim Betrieb. Wer beide Verfahren im Terminal hat, sollte wissen, welches gerade läuft.

09

Häufige Fragen zum Weg zur Akzeptanzstelle

Brauche ich ein Geschäftskonto, um Kartenzahlung anzunehmen?

Das Konto, auf das die Umsätze gehen, muss auf das Unternehmen lauten — ein privates Konto der Inhaberin oder des Inhabers wird in der Regel nicht akzeptiert. PAYONE verlangt in seiner veröffentlichten Unterlagenliste ausdrücklich eine Bankbestätigung mit IBAN und Firmenname. Ob Ihre Hausbank dafür ein eigenes Geschäftskonto verlangt, ist eine Frage an die Bank, nicht an den Netzbetreiber.

Kann ich mit einem Terminal starten, das ich schon habe?

Nur, wenn es über eine Zulassung der Deutschen Kreditwirtschaft verfügt und sich auf den neuen Netzbetreiber aufschalten lässt. Beides ist bei älteren Geräten nicht selbstverständlich: Terminals, die eine vorgeschriebene Umstellung nicht mitgemacht haben, dürfen nach Fristablauf nicht weiterbetrieben werden. Lassen Sie Modell und Softwarestand prüfen, bevor Sie mit dem Gerät planen.

Wie lange dauert es bis zur ersten Zahlung wirklich?

Das hängt an zwei getrennten Strecken: der Vertrags- und Unterlagenprüfung und dem Versand. Öffentlich zugesagt werden im Markt Werte zwischen einer Overnight-Lieferung bei Bestellung bis 14:00 Uhr (secupay) und neun Arbeitstagen Onboarding (PAYONE, ausdrücklich für E-Commerce). Der einzige Faktor, den Sie selbst steuern, ist die Vollständigkeit der Unterlagen — deshalb lohnt es sich, sie vor dem ersten Termin zusammenzustellen.

Muss ich alle Karten akzeptieren, wenn ich einmal angeschlossen bin?

Nein. Die Akzeptanzpflicht der Händlerbedingungen gilt ausdrücklich nicht für Firmenkarten innerhalb des EWR, und auch die Aktivierung der Kontaktlos-Funktion ist laut Nr. 2 optional. American Express und Diners Club laufen ohnehin über eigene Verträge in einem Drei-Parteien-System. Welche Marken Ihr Terminal annimmt, ist eine Konfigurations- und Vertragsfrage, keine Automatik.

Was passiert, wenn ich einen Umsatz zu spät einreiche?

Bei der girocard ist die fristgerechte Einreichung binnen acht Tagen eine Voraussetzung der Zahlungsgarantie. Bei Mastercard kommt ein eigenes Entgelt für Abweichungen hinzu, und die Fristen unterscheiden sich je Anbieter. VR Payment führt es unter dem Namen „Processing Integrity" mit 0,25 Prozent, mindestens 0,03 Euro, fällig bei Einreichung später als drei Werktage nach dem Transaktionsdatum. Nexi listet dieselbe Position ohne diesen Namen und mit demselben Satz — dort steht daneben aber ein zweites Entgelt von 0,30 Prozent für die elektronische Einreichung ab zwei Tagen nach dem Umsatzdatum. Drei Werktage sind also keine allgemeine Schonfrist, sondern die Regel eines einzelnen Preisverzeichnisses. In der Praxis heißt das: den Tagesabschluss täglich machen und nicht liegen lassen.

Wer haftet, wenn eine Zahlung später zurückgebucht wird?

Das hängt am Verfahren. Ein autorisierter girocard-Umsatz ist vom kartenausgebenden Zahlungsdienstleister garantiert, solange die Bedingungen eingehalten sind. Beim Lastschriftverfahren tragen Sie das Risiko selbst. Bei Kreditkarten läuft die Rückbelastung über Acquirer und Kartensystem, und Ihre Antwortfrist ist dort deutlich kürzer als die Frist des Karteninhabers.

Kostet die Einrichtung etwas?

Im Markt üblich ist eine einmalige Einrichtungs- oder Aktivierungsgebühr in der Größenordnung von 25 bis 100 Euro. Belegte Beispiele: PAYONE nennt je nach Produkt 50,00 Euro beziehungsweise 99,00 Euro, Nexi Österreich spricht von „zwischen 25 und 100 Euro", CCV von einem einmaligen Stabilitätszuschlag von 27,50 Euro je Terminal. Unsere eigenen Konditionen besprechen wir im Gespräch — auf dieser Seite stehen bewusst nur Marktzahlen.

10

Stand der Angaben

Die Pflichten und Fristen dieser Seite stammen aus den Bedingungen für die Teilnahme am girocard-System der Deutschen Kreditwirtschaft in der Fassung April 2026 sowie aus dem Vertrag über die Zulassung als Netzbetreiber im girocard-System vom 27. Januar 2025. Die Marktangaben zu Aufschaltdauer, Versand, Laufzeiten und Einrichtungsgebühren sind Selbstauskünfte der genannten Anbieter, erhoben zum Stand 1. August 2026, und können sich jederzeit ändern.

Diese Darstellung ist eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Maßgeblich ist im Einzelfall immer der Wortlaut der Verträge, die Sie tatsächlich unterschreiben.

Reden wir bei Ihnen im Betrieb.

Terminal anfragenTerminals ansehen
Terminal anfragen