Was die Funktion technisch tut
Zahlt ein Gast mit einer Karte, die auf eine andere Währung als den Euro lautet, kann das Terminal ihm den Betrag zusätzlich in dieser Währung anzeigen und die Zahlung direkt so abrechnen. Technisch beschreibt REA Card das in seinem Preis- und Leistungsverzeichnis nüchtern als das Routing einer Kreditkartentransaktion aus dem Nicht-Euro-Ausland zu einem darauf spezialisierten DCC-Service-Anbieter. Das Terminal rechnet also nicht selbst um; es fragt einen Dienstleister, der den Kurs stellt.
Für Ihren Betrieb ändert sich am Ablauf wenig: Der Umsatz kommt weiterhin in Euro bei Ihnen an. Für den Gast ändert sich der Kurs, zu dem seine Karte belastet wird — und zwar von dem seiner eigenen Bank auf den des DCC-Anbieters.
Die Funktion greift ausschließlich bei Karten in Fremdwährung. Eine Visa-Karte einer österreichischen Bank löst kein DCC aus, weil sie ohnehin auf Euro lautet. Wer keine nennenswerte Zahl von Gästen aus dem Nicht-Euro-Raum hat, hat für diese Funktion schlicht keinen Anwendungsfall.
Der Ablauf an der Kasse
Das Terminal erkennt beim Einlesen der Karte, auf welche Währung sie lautet, und bietet die Umrechnung an. Der Gast entscheidet am Display, ob er in Euro oder in seiner Heimatwährung bezahlen will. Danach läuft die Transaktion wie jede andere: Autorisierung, Beleg, Einreichung.
Für Ihr Personal heißt das: Es gibt einen zusätzlichen Bestätigungsschritt am Gerät, den der Gast selbst ausführt. Das ist der Grund, warum die Funktion in Betrieben mit hohem Durchsatz und kurzen Kassenvorgängen weniger beliebt ist als in Hotels und Fachgeschäften mit längeren Verkaufsgesprächen.
Auf dem Beleg taucht die Umrechnung mit auf. Bei einer späteren Reklamation ist das relevant: Wenn ein Gast behauptet, ihm sei ein anderer Betrag berechnet worden als angezeigt, ist der Zahlungsbeleg mit der ausgewiesenen Umrechnung Ihr Nachweis.
Was Währungsumrechnung im Markt kostet
Dieselbe Funktion, vier Preismodelle. Die Beträge stammen aus veröffentlichten Verzeichnissen der jeweiligen Anbieter und sind keine Konditionen von uns.
| Anbieter | Modell | Belegter Betrag |
|---|---|---|
| Nexi Germany | Aktivierung der Funktion, laufend je Gerät | 3,95 € monatlich je Terminal |
| Nexi Germany | Umrechnung in eine Nicht-Abrechnungswährung, je Umsatz | 1,60 % |
| PAYONE Österreich | Einmalige Freischaltung zur All Card Flat | 19,90 € einmalig |
| PAYONE Deutschland | Bestandteil der All Card Flat | im Paketpreis enthalten |
| REA Card | Bereitstellungspauschale, je Monat und Zahlungsverkehrssystem | Betrag nur in der individuellen Vertragsanlage |
| Stripe (online, zum Vergleich) | Aufschlag auf den Umsatz bei Währungsumrechnung | + 2 % |
| PayPal (zum Vergleich) | Aufschlag auf den Basiswechselkurs | 3 % |
Quellen: Nexi Germany Preisliste Mai 2026; PAYONE All Card Flat Deutschland und Österreich; REA Card Preis- und Leistungsverzeichnis 04/2025; Stripe Preisseite Deutschland; PayPal Händler- und Verkäufergebühren. Der PAYONE-Betrag von 19,90 € ist ausdrücklich der österreichische Tarif — in Deutschland führt derselbe Anbieter die Funktion als im Paket enthalten. Wer die Zahl aus dem falschen Markt zitiert, vergleicht zwei verschiedene Produkte.
Der eigentliche Preis steht nicht in der Preisliste
Die Monatspauschale ist der sichtbare Teil. Der wirtschaftlich entscheidende Teil ist der Kurs, zu dem umgerechnet wird — und der gehört keinem Preisverzeichnis an, sondern dem Anbieter. Nexi rechnet nach eigenem Verzeichnis zum Nexi-Umrechnungskurs um und hält dort ausdrücklich fest, dass Änderungen dieser Wechselkurse unmittelbar und ohne vorherige Benachrichtigung des Vertragspartners wirksam werden.
Das ist keine Besonderheit eines einzelnen Anbieters, sondern die Bauart des Produkts: Wer den Kurs stellt, bestimmt die Marge. Deshalb ist der Vergleich zweier DCC-Angebote über die Monatspauschale allein wertlos.
Was das für Ihren Gast bedeutet, sollten Sie wissen, bevor Sie die Funktion einschalten: Er zahlt in seiner Heimatwährung einen Kurs, den nicht seine Bank gestellt hat. Ob ihn das besser oder schlechter stellt, hängt vom Einzelfall ab. In Betrieben mit Stammgästen ist das ein Reputationsthema und keine reine Ertragsfrage.
Für wen sich die Funktion rechnet — und für wen nicht
Die Frage ist nicht, ob DCC funktioniert. Sie funktioniert. Die Frage ist, ob Sie genug passende Transaktionen haben, um eine laufende Pauschale zu tragen.
- 01Hotels und Ferienregionen
- Der klassische Anwendungsfall. Hoher Anteil an Gästen aus dem Nicht-Euro-Raum, hohe Einzelbeträge, ruhiger Kassenvorgang mit Zeit für einen Bestätigungsschritt. Hier ist die Funktion in den Datenblättern der Anbieter regelmäßig zusammen mit der Tax-Free-Abwicklung gebündelt.
- 02Fachhandel mit Touristenlage
- Uhren, Schmuck, Mode, Souvenirs in Innenstadt- oder Flughafenlage. Ähnliche Logik wie im Hotel: wenige, aber große Transaktionen mit ausländischen Karten.
- 03Gastronomie in Grenz- und Städtelage
- Hier kommt es auf den tatsächlichen Anteil an. Ein Restaurant mit regelmäßigen Gästen aus der Schweiz, aus Großbritannien oder aus Übersee erreicht die Schwelle; ein Stadtteillokal mit gelegentlichem Tourismus nicht.
- 04Bäckerei, Kiosk, Friseur
- Praktisch nie sinnvoll. Kleine Beträge, hoher Durchsatz, kaum Fremdwährungskarten. Eine Monatspauschale je Terminal steht hier in keinem Verhältnis zu den wenigen Vorgängen, bei denen die Funktion überhaupt anspringt.
- 05Automat und unbediente Kasse
- Der Bestätigungsschritt muss ohne Personal funktionieren. Ob das für Ihr Gerät vorgesehen ist, ist eine Frage an den jeweiligen Terminaltyp und keine, die sich pauschal beantworten lässt.
Was wir zu DCC ausdrücklich nicht behaupten
Über Beteiligungen des Händlers am DCC-Ertrag wird im Vertrieb viel geredet. In den öffentlich zugänglichen Unterlagen der großen Anbieter steht dazu nichts. PAYONE etwa nennt Trinkgeldservice, Cashback und DCC als Mehrwertdienste am Point of Sale, veröffentlicht aber weder Preise noch Beteiligungsmodelle dafür. Wer Ihnen einen konkreten Prozentsatz Ihrer DCC-Erträge zusagt, muss das schriftlich in den Vertrag schreiben — auf Marktüblichkeit kann sich dabei niemand berufen, weil es keine veröffentlichte Marktüblichkeit gibt.
Ebenfalls nicht belegt und deshalb hier nicht behauptet: welche Vorgaben die internationalen Kartensysteme im Einzelnen zur Wahlfreiheit des Karteninhabers und zur Darstellung des Aufschlags machen. Dass der Gast am Display wählt, ist der in allen Beschreibungen genannte Ablauf. Der genaue Regelungstext dahinter liegt uns nicht vor, und ohne diesen Text ist jede Aussage über zulässige und unzulässige Darstellungen geraten.
Wenn Sie DCC einsetzen wollen und diese Punkte für Ihre Kalkulation brauchen, sind das genau die zwei Fragen, die in das Angebotsgespräch gehören. Wir tragen sie dann für Ihren konkreten Fall zusammen, statt sie hier zu schätzen.
Was über DCC erzählt wird
Die Funktion kostet in jedem ausgewerteten Preisverzeichnis etwas — einmalig, monatlich oder als Anteil am Umsatz. Ob der Gast günstiger fährt, hängt am gestellten Kurs und ist nicht allgemein zu beantworten. Und die Freischaltung ist bei klassischen Terminals eine Konfigurations- und Vertragsfrage, keine Werkseinstellung.
Häufige Fragen zur Währungsumrechnung
Bekomme ich meinen Umsatz trotzdem in Euro?
Ja. Die Umrechnung betrifft die Seite des Karteninhabers. Ihre Gutschrift läuft weiter über Ihren Acquiring-Vertrag in Ihrer Abrechnungswährung. Was sich ändert, ist der Kurs, zu dem die Karte des Gastes belastet wird.
Muss der Gast zustimmen?
Der in allen Anbieterbeschreibungen genannte Ablauf sieht eine Auswahl am Display vor: Der Gast entscheidet, ob in Euro oder in seiner Währung abgerechnet wird. Den zugrundeliegenden Regelungstext der Kartensysteme haben wir nicht vorliegen und behaupten deshalb keine Details darüber hinaus.
Lohnt sich DCC bei einem Terminal?
Rechnen Sie es einfach durch. Bei 3,95 Euro monatlich je Terminal zahlen Sie im Jahr 47,40 Euro für die Bereitstellung. Ob sich das trägt, hängt daran, wie viele Zahlungen mit Fremdwährungskarten Sie tatsächlich haben — diese Zahl steht in Ihrem Reporting, und sie zu prüfen dauert fünf Minuten.
Ist DCC dasselbe wie die Fremdwährungsgebühr auf meiner Abrechnung?
Nein. Das sind zwei Positionen. DCC ist die Umrechnung auf der Kundenseite. Die Umrechnung in eine Nicht-Abrechnungswährung ist eine Position auf Ihrer Seite — Nexi weist sie mit 1,60 % gesondert aus. Beide können in derselben Abrechnung vorkommen und bedeuten Verschiedenes.
Kann ich DCC später wieder abschalten?
Technisch ist die Freischaltung eine Konfiguration und rückgängig zu machen. Vertraglich entscheidet, wie die Position vereinbart wurde: als monatlich kündbare Zusatzleistung oder als Bestandteil eines Pakets mit fester Laufzeit. Eine einmalige Freischaltungsgebühr bekommen Sie in keinem Fall zurück.
Was hat DCC mit Tax Free zu tun?
Nichts fachlich, aber viel praktisch. Beide Funktionen zielen auf denselben Gast — den Reisenden von außerhalb — und werden von mehreren Anbietern deshalb im selben Paket geführt. Tax Free ist die Umsatzsteuererstattung bei der Ausreise und ein eigenes Thema mit eigenen Nachweispflichten.