SENZA.Terminal anfragen
Terminal anfragen

Sicherheit

Ist mein Terminal noch zulassungskonform? EMV, TA 7.2 und PCI PTS im Klartext

Auf jedem Datenblatt steht eine Zeile voller Kürzel, und kaum jemand liest sie. Dabei entscheidet genau diese Zeile, ob Ihr Gerät noch betrieben werden darf, ob es Aufschläge kostet und ob ein Software-Update reicht oder ein Tausch fällig ist. Diese Seite übersetzt die drei wichtigsten Kürzel in eine Prüfliste.

01

Drei Kürzel, drei verschiedene Regelgeber

Ein Kartenterminal in Deutschland muss mehrere Regelwerke gleichzeitig erfüllen, und jedes stammt von einem anderen Absender. REA Card sortiert das in seinen Serviceinformationen so: Die Deutsche Kreditwirtschaft setzt die Standards für das girocard-System, die internationalen Kartensysteme wie Visa und Mastercard die Standards für EMV und PCI, und das gemeinsame DK-POS-Rahmenwerk harmonisiert beides.

EMV ist dabei der weltweite Standard für Chipkartenzahlungen, benannt nach Europay, Mastercard und Visa. Der Chip errechnet bei jeder Zahlung ein eigenes Sicherheitsmerkmal, das sich nicht kopieren lässt — der Grund, warum der Magnetstreifen weitgehend verschwunden ist.

Für Sie als Betrieb ist die Herkunft der Regeln zweitrangig. Wichtig ist, dass jede der drei Ebenen eigene Fristen hat und ein Gerät an jeder davon scheitern kann, während es an der Kasse scheinbar einwandfrei bucht.

02

Was die Zulassungszeile im Datenblatt bedeutet

Als Beispiel die Angabe, die REA Card für das T11 flex veröffentlicht: „DK TA7.2 / DK-POS 3.0, EMV, RoHS, CE, PCI-PTS 6.x, P2PE (auf Anfrage)". Nexi schreibt für seine Geräte sinngemäß dasselbe als „DK TA 7.2 / DC-POS 3.0 EMV Level 1 und 2 PCI PTS 5.x".

01DK TA 7.2 / DK-POS 3.0
Der aktuelle Technische Anhang der Deutschen Kreditwirtschaft und das zugehörige Rahmenwerk. Diese Angabe entscheidet über die Teilnahme am girocard-System — und damit in Deutschland über den wichtigsten Zahlweg an der Kasse.
02EMV
Die Zertifizierung für die Chipkartenverarbeitung nach den Vorgaben der internationalen Kartensysteme. Datenblätter nennen sie teils ohne Zusatz, teils mit den Prüfstufen Level 1 und Level 2.
03PCI PTS (POI)
Die Hardware-Sicherheitsanforderung des PCI Security Standards Council an das Gerät selbst, etwa an den Schutz gegen Manipulation. PCI PTS 6.x ist heute Marktstandard, 7.x kommt gerade an — PAX bewirbt das A77 als weltweit erstes PCI-PTS-7-zertifiziertes Terminal.
04SRED und P2PE
Zusatzmerkmale der Verschlüsselung. SRED steht für die gesicherte Erfassung und Übertragung der Kartendaten im Gerät, P2PE für „Point To Point Encryption“, also eine durchgehende Verschlüsselung zwischen zwei festen Punkten. Bei REA ist P2PE „auf Anfrage", bei Nexi optional — kein Pflichtmerkmal.
05RoHS und CE
Allgemeine Produktkennzeichnungen der EU. Sie sagen nichts über die Zahlungszulassung aus und gehören nicht in den Vergleich.
03

Die Stichtage der letzten Umstellung

Die Migration auf TA 7.2 und DK-POS 3.0 lief in vier Schritten. Die Darstellung folgt den Serviceinformationen von REA Card zu den regulatorischen Anforderungen.

StichtagWas galt ab diesem Tag
01.01.2022Nur noch TA-7.2- beziehungsweise DK-POS-3.0-konforme Terminals dürfen neu in den Markt gebracht werden
30.09.2022Zusätzliche Mastercard-Entgelte für nicht konforme Geräte
01.07.2023Nach REA Card: ältere Terminals mit TA 7.1 beziehungsweise DK-POS 2.5 verlieren die Kontaktlos-Funktion. Andere Anbieter datieren das anders — siehe Fußnote
31.12.2024 / 01.01.2025Alle Terminals müssen TA 7.2 beziehungsweise DK-POS 3.0 unterstützen

Quelle: REA Card, FAQ Regulatorische Anforderungen, Abrufstand 01.08.2026, am 25.09.2026 unverändert. Zwei andere Anbieterdarstellungen (epay, secupay) nennen für den 01.07.2023 stattdessen eine zweite, höhere Mastercard-Entgeltstufe und datieren die Abschaltung der Kontaktlos-Funktion alter Geräte auf den 31.12.2024. Die Primärquelle der Deutschen Kreditwirtschaft ist nicht öffentlich zugänglich; wir können den Widerspruch deshalb nicht auflösen. Unstrittig ist der Endpunkt: Seit dem 01.01.2025 müssen alle Terminals TA 7.2 beziehungsweise DK-POS 3.0 unterstützen. Die Stichtage sind abgelaufen — die Tabelle zeigt, warum ein Gerät aus einem älteren Vertrag heute nicht mehr automatisch zulassungskonform ist.

04

Ein Update reicht nicht immer

Die naheliegende Annahme lautet: Neue Anforderungen kommen per Software aufs Gerät. Das stimmt oft, aber nicht immer. REA Card schreibt zur letzten Umstellung ausdrücklich, sie erfordere ein Software-Update, „wenn technisch möglich. Dies ist jedoch nicht auf allen REA Terminals umsetzbar aufgrund technischer Limitierungen, was einen Hardwaretausch erforderlich macht."

Dasselbe Muster zeigt sich bei den Herstellern. Für die Ingenico-Serien Desk/3500 und Desk/5000 existiert eine Abkündigung im Zusammenhang mit EMV Contactless Level 1 Version 2.6 und PCI 5. Ein Gerät dieser Serien kann heute noch buchen und trotzdem auf einer auslaufenden Plattform stehen.

Rechtlich ist die Lage eindeutig. Nummer 7 der Händlerbedingungen des girocard-Systems lautet: „Für die Teilnahme am girocard-System dürfen nur Terminals eingesetzt werden, die über eine Zulassung der Deutschen Kreditwirtschaft verfügen." Geräte, die eine vorgeschriebene Umstellung nicht mitgemacht haben, dürfen nach Fristablauf nicht weiterbetrieben werden — und ein nicht zugelassenes Terminal gefährdet die Zahlungsgarantie.

05

Was veraltete Technik kostet — ein veröffentlichtes Beispiel

Die meisten Anbieter weisen Aufschläge für nicht konforme Geräte nicht gesondert aus. Die Preisverzeichnisse der Nexi Germany GmbH tun es und zeigen, wo die Kosten entstehen.

AuslöserEntgeltPreisverzeichnis
Terminal erfüllt TA 7.2 beziehungsweise DC POS 3.0 nicht9,90 Euro je Monat und Terminalgirocard, Stand 01.01.2026
Transaktion über ein nicht EMV-zertifiziertes Terminal0,49 Prozent des BetragsKartenakzeptanz, Stand 01.05.2026
Terminal nicht kontaktlosfähig oder nicht aktiviert0,09 Prozent des BetragsKartenakzeptanz, Stand 01.05.2026
Terminal ohne Single-Tap-Funktion (Mastercard, Maestro)0,044 Prozent des BetragsKartenakzeptanz, Stand 01.05.2026

Die Werte gelten ausschließlich für die Nexi Germany GmbH in der genannten Fassung und sind kein Marktwert. Über ein Jahr ergeben die 9,90 Euro 118,80 Euro je Gerät. Alle weiteren verhaltensabhängigen Entgelte desselben Anbieters stehen auf unserer Seite zu versteckten Kosten.

06

Warum diese Zeilen etwas über Ihren Anbieter verraten

Aufschläge für veraltete Geräte entstehen ohne Ihr Zutun. Die Frage ist nur, wer den Austausch betreibt. Ein Anbieter, der seinen Gerätebestand aktiv migriert, lässt diese Positionen gar nicht erst entstehen; ein Anbieter, der es nicht tut, verdient an ihnen.

Deshalb gehören Gerätestand und Preisliste zusammen in jeden Vergleich. REA Card sichert in Ziffer 2.1 seiner Terminal-AGB zu, dass die Zahlungsverkehrssysteme den Zulassungsbedingungen der deutschen Kreditwirtschaft entsprechen. Eine solche ausdrückliche Zusage ist ein brauchbarer Maßstab: Fragen Sie, ob Ihr Vertrag sie enthält — und wer die Kosten trägt, wenn während der Laufzeit eine neue Anforderung in Kraft tritt.

07

So prüfen Sie Ihr Gerät in fünf Schritten

Dauert zehn Minuten und braucht nur das Gerät, einen Beleg und Ihren Vertrag.

011. Modell feststellen
Die Modellbezeichnung steht am Gerät und in Ihren Vertragsunterlagen. Die Terminal-ID steht auf jedem Beleg — sie brauchen Sie für jede Rückfrage.
022. Zulassungszeile nachlesen
Im Datenblatt des Herstellers oder Anbieters nach TA 7.2 beziehungsweise DK-POS 3.0, EMV und der PCI-PTS-Version suchen. Fehlt TA 7.2, ist das Gerät in Deutschland nicht mehr zulassungskonform.
033. Lebenszyklus prüfen
Gibt es für die Serie eine Abkündigung des Herstellers? Bei Ingenico Desk/3500 und Desk/5000 ist das der Fall. Eine Abkündigung ist kein Betriebsverbot, aber ein Hinweis, dass die nächste Anforderung per Tausch kommt.
044. Kontaktlos testen
Nimmt das Gerät kontaktlose Zahlungen und Wallets an, auch beim Trinkgeld? Fehlende Kontaktlos-Funktion kann ein Zeichen für einen alten Softwarestand sein — und kostet bei manchen Anbietern einen Aufschlag je Zahlung.
055. Abrechnung lesen
Stehen auf Ihrer Abrechnung Positionen für nicht konforme Geräte, fehlende EMV-Zertifizierung oder fehlende Kontaktlos-Funktion? Dann zahlen Sie bereits für den veralteten Stand.
08

Häufige Fragen zu Zulassung und Gerätestand

Mein Terminal bucht noch. Darf ich es weiter nutzen?

Nicht zwingend. Dass ein Gerät technisch funktioniert, beweist nicht, dass es noch zugelassen ist. Seit dem 01.01.2025 müssen alle Terminals TA 7.2 beziehungsweise DK-POS 3.0 unterstützen; nicht umgestellte Geräte dürfen nach Fristablauf nicht weiterbetrieben werden.

Ist EMV dasselbe wie PCI?

Nein. EMV betrifft die Verarbeitung der Chipkarte, PCI PTS die Sicherheitsanforderungen an die Hardware des Geräts. Beide kommen aus dem Umfeld der internationalen Kartensysteme, sind aber getrennte Zertifizierungen. Die Anforderungen an Ihren Betrieb im Umgang mit Kartendaten regelt wiederum PCI DSS.

Welche PCI-PTS-Version sollte ein neues Gerät haben?

PCI PTS 6.x ist heute Marktstandard, erste Geräte mit 7.x sind verfügbar. Bis wann ältere Versionen für neue Zulassungen gelten, können wir derzeit nicht belastbar sagen — fragen Sie beim Kauf nach dem Zertifikatsstand.

Muss ich ein Gebrauchtgerät vor der Nutzung prüfen lassen?

Sie sollten. Bei Gebrauchtgeräten und Geräten aus einem alten Vertrag ist der Zulassungs- und Softwarestand unbekannt. Ob Sie im Streitfall auf der garantierten Seite stehen, hängt auch daran, dass das Terminal zugelassen ist.

Wer zahlt, wenn eine neue Anforderung einen Tausch erzwingt?

Das regelt allein Ihr Vertrag — eine allgemeine Regel gibt es nicht. REA Card etwa sichert in Ziffer 2.1 seiner Terminal-AGB die Konformität mit den Zulassungsbedingungen zu. Klären Sie die Kostenfrage vor der Unterschrift, nicht beim nächsten Stichtag.

Gilt das auch in Österreich?

Nur teilweise. EMV und PCI PTS sind international. Die Zulassung durch die Deutsche Kreditwirtschaft und der Technische Anhang gelten dagegen nur in Deutschland; in Österreich maßgeblich ist, was Ihr Acquirer für sein Netz freigibt.

09

Stand der Angaben

Grundlage sind die Serviceinformationen und Produktangaben von REA Card (Migrationsstichtage, Zulassungszeilen, Terminal-AGB Ziffer 2.1), die Abkündigung von Ingenico für die Serien Desk/3500 und Desk/5000, die Herstellerangabe von PAX zum A77, die Preisverzeichnisse der Nexi Germany GmbH (girocard, Stand 01.01.2026; Kartenakzeptanz, Stand 01.05.2026) und Nummer 7 der Händlerbedingungen für das girocard-System. Recherchestand 1. August 2026.

Was wir bewusst nicht sagen: Wir erklären die Prüfstufen EMV Level 1 und Level 2 nicht im Detail und nennen keine Stichtage für den Übergang von PCI PTS POI Version 6 auf 7 — beides ließ sich aus den abgerufenen Quellen nicht belastbar belegen. Diese Seite gilt für Deutschland.

Reden wir bei Ihnen im Betrieb.

Terminal anfragenTerminals ansehen
Terminal anfragen